Tagung der Energieagentur NRW zur "Zukunftschance Photovoltaik" erfolgreich

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
600 Teilnehmer haben die Tagung der Energieagentur NRW in Wuppertal unter dem Motto "99 Pfennig - und nun?" zu einem Erfolg werden lassen. Prominente Experten wie Hermann Scheer, Träger des alternativen Nobelpreises, Franz Alt, TV-Journalist des SWR, Andreas Pawlik von Shell Solar oder Bernhard Keller von EMNID machten deutlich, dass die Rahmenbedingungen für die Investition in Sonnenstrom nie so günstig wie heute waren. Der beschleunigte Ausbau der Nutzung der erneuerbaren Energien biete Chancen für eine Vielzahl qualifizierter Arbeitsplätze sowohl für heimische als auch insbesondere für Exportmärkte, sagte Jörg Hennerkes, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Energie und Verkehr des Landes NRW.


Als Türöffner ins "Solarzeitalter" feierten die Experten das aktuelle Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) - als Durchbruch der "Regenerativen". Die Förderung von geeigneten Technologien durch die Landesregierung - u.a. mit dem REN-Programm - trage ebenfalls dazu bei. Bester Beweis für die wachsende Attraktivität von Solaranlagen sei auch das 100.000-Dächer-Programm des Bundes, das aufgrund der großen Nachfrage modifiziert werden musste. Da die Installationskosten zugleich sinken werden, wird die Bereitschaft zu Investitionen auch in den kommenden Jahren nochmals deutlich zunehmen, so der Tenor. "Wir stellen im Rahmen unserer Solarberatung und unseres Weiterbildungsprogramms RAVEL NRW derzeit fest, dass die Phase, in der Hausbesitzer nach der Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen fragen, vorbei zu sein scheint", erklärte Dr. Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur NRW, im Rahmen eines Pressegespräches zu den neuen Spielregeln des Solarmarktes. Die Hausbesitzer und Unternehmer wollten ihre Immobilie auf den neuesten Stand der Technik bringen - deshalb Photovoltaik. Es sei zudem plötzlich "in", seinen Strom selbst zu erzeugen. "Ich stelle mir heute die Frage, weshalb wir bei innovativen Energien immer die Frage der Amortisation gestellt haben. Kein Bauherr rechnet sich aus, ob und wann sich teurere Fliesen im neuen Badezimmer amortisieren."


Auch Dipl.-Ing. Hermann-Josef Lohle (Energieagentur NRW) zog ein postives Fazit. Noch nie waren die Bedingungen für die erneuerbaren Energien und insbesondere die Photovoltaik so gut: "Die Investitionskosten für PV-Anlagen liegen zwischen 10.000 DM/kWp für Großanlagen und 14.000 DM/kWp für Kleinanlagen. Etwa 60 Prozent der Kosten gehen dabei auf die Module selbst zurück. Den Rest machen Wechselrichter, Tragstrukturen und Installation aus." Neben Einspeisevergütungen für z.B. Wind- und Wasserkraft wurde die Vergütung für eingespeisten Solarstrom auf 99 Pf/kWh erhöht von vormals etwa 16,5 Pf/kWh. Diese Rahmenbedingungen sorgen dafür, dass PV-Anlagen heute wirtschaftlich betrieben werden können. "Das bedeutet nicht, dass die Photovoltaik einer Lizenz zum Gelddrucken gleichkommt, aber PV-Anlagen können innerhalb ihrer Lebensdauer ihre Kosten über den Stromerlös wieder einspielen", so der Energieexperte Lohle. Je nach Anwendungsfall sei von Amortisationszeiten zwischen 14 und 18 Jahren auszugehen (Lebensdauer: 20 bis 25 Jahre).

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