Reaktionen

Tagesspiegel: Skepsis bis Ablehnung von Plänen für Kohlezeche

Die gestern im "stern" veröffentlichten Aussagen von RAG-Chef Werner Müller, Deutschland müsse neue Kokskohlezechen bauen, haben nur wenig positives Echo ausgelöst. NRW-CDU-Chef Jürgen Rüttgers sagte, sein Land hätte kein Geld für neue Zechen. SPD-Energieexperte Hempelmann will sich den Vorschlag näher ansehen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Pläne des Energiekonzerns RAG, eine neue Kohlezeche zur Herstellung von Kokskohle zu errichten, sind in der Politik auf Skepsis bis Ablehnung gestoßen. Der nordrhein-westfälische CDU-Chef Jürgen Rüttgers sagte dem Tagesspiegel (Donnerstagsausgabe), "wir brauchen nicht mehr öffentlich geförderte Zechen, sondern weniger Zechen. Deshalb wollen wir die Kohlesubventionen halbieren". Für eine neue Zeche "darf es keine öffentlichen Gelder oder Subventionen geben. NRW hat kein Geld dafür, NRW ist pleite", sagte Rüttgers.

Ähnlich äußerte sich der stellvertretende Vorsitzende der SPD- Bundestagsfraktion, Michael Müller: "Ein neues Bergwerk mit staatlichen Subventionen kann es nicht geben", sagte Müller dem Tagesspiegel. Dagegen meinte der energiepolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rolf Hempelmann, der RAG-Plan sei es "wert, genauer angesehen zu werden". Allerdings "schluckt man erstmal", wenn von einer neuen Zeche die Rede sei, sagte Hempelmann der Berliner Zeitung.

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Solaranlage Einfamilienhaus

    Solarstromspeicher sollen nicht weiter gefördert werden

    Die Förderung für Solarstromspeicher soll zum Jahresende abgeschafft werden. Das geht aus einem Schreiben des Bundeswirtschaftsministers an den Wirtschaftsausschuss des Bundestages hervor. Kritisiert wird das vor allem im Hinblick auf die kürzlich bewilligte Braunkohle-Subventionierung.

  • Energieversorung

    EU-Bergbaupläne weiter in der Kritik

    Die EU-Pläne für eine vorzeitige Stilllegung deutscher Steinkohle-Zechen sorgen weiter für politischen Streit. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte am Mittwoch in Berlin das Vorhaben der EU-Kommission, unrentable Bergwerke bereits im Oktober 2014 zu schließen.

  • Stromtarife

    Wie viel Kohle für die Kohle?

    In Nordrhein-Westfalen verhandelt die rot-grüne Koalition über die Zukunft der Landes-Subventionen. Die Gespräche sollen am Nachmittag fortgesetzt werden. Ziel ist es, bis zum Beginn der RAG-Aufsichtsratssitzung am Abend eine Einigung zu erzielen. Die Zeche Walsum steht offenbar vor dem Aus.

  • Strompreise

    NRW-Regierungskrise beendet: Weitere Subventionen für Steinkohle

    "Düsseldorfer Signal für Erneuerung und Konzentration" heißt das Papier, mit dem die rot-grüne Regierungskoalition in Nordrhein-Westfalen gestern ihre Krise beigelegt hat. Wichtigste Eckpunkte: Der Metrorapid kommt nicht, die Subventionierung der Steinkohle ist auch über 2010 hinaus gesichert. Zudem sollen die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden.

  • Strom sparen

    RWE: Einspruch gegen Besteuerung von Rückstellungen

Top