Verwaltungsvorschrift

TA-Luft mit neuen Bestimmungen für Blockheizkraftwerke

Betreiber von Verbrennungsmotoren und Gasturbinenanlagen mit einer Feuerungswärmeleistung ab einem Megawatt müssen sich seit 1. Oktober nach der "Ersten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz" richten. Die sogenannte TA Luft limitiert die Kohlenmonoxid- und Stickstoffoxidemissionen und somit indirekt die Schwefeldioxide.

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Am 1. Oktober ist die "Erste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes–Immissionsschutzgesetz" - auch Technische Anleitung Luft (TA Luft) genannt - in Kraft getreten. Sie gilt u. a. zwingend für alle Verbrennungsmotoren- und Gasturbinenanlagen mit einer Feuerungswärmeleistung ab einem Megawatt, was in etwa einer elektrischen Leistung von 300 kWel (Gasturbine) bis 400 kWel (Dieselmotor) entspricht.

Bei Selbstzündungsmotoren wie Dieselmotoren und Gasturbinen mit flüssigem Brennstoff werden staubförmige Stoffe durch die TA Luft limitiert. Für alle Wärmekraftmaschinen gelten die Bestimmungen hinsichtlich der Kohlenmonoxid- und Stickstoffoxide-Emissionen. Über die Anforderungen an den Brennstoff werden indirekt die Schwefeldioxide limitiert. Die entsprechenden Bestimmungen enthält dazu die 3. BimSchV für Heizöl EL und Dieselkraftstoffe.

Gasmotoren

Die neue TA Luft unterscheidet bei den Grenzwerten für Gasmotoren zwischen Magermotoren, sonstigen 4 Takt-Motoren und Zündstrahlmotoren für Bio-/Klärgas. Dabei wurden die Grenzwerte im Bereich der Stickstoffoxid-Emissionen für die vorrangig im unteren und mittleren Leistungsbereich eingesetzten "sonstigen 4-Takt-Motoren" verschärft. Sie dürfen jetzt nur noch 250 Milligramm pro Kubikmeter betragen. Für Bio-/Klärgasbetriebene Zündstrahlmotoren mit einer Feuerungswärmeleistung unter drei Megawatt wurden die Grenzwerte deutlich auf 1000 Milligramm pro Kubikmeter angehoben. Allerdings enthält die TA Luft den Passus, dass die Möglichkeiten, die Stickstoffoxid-Emissionen durch motorische Maßnahmen weiter zu vermindern, auszuschöpfen sind.

Dieselmotoren

Dieselmotoren müssen zukünftig deutlich strengere Grenzwerte einhalten. Hinsichtlich der Stickoxid-Emissionen wurden die zulässigen Grenzwerte auf ein Viertel der Anforderungen der alten TA Luft gesenkt. So dürfen Selbstzünder-Motoren bis drei Megawatt Leistung einen Grenzwert von 1000 Milligramm pro Kubikmeter nicht überschreiten. Bei Selbstzünder-Motoren über drei Megawatt Leistung beträgt der Grenzwert 500 Milligramm pro Kubikmeter. Bei den Kohlenmonoxid-Emissionen müssen die "Selbstzünder" dieselben Emissionswerte einhalten wie die fremdgezündeten Erdgasmotoren. Die deutlichsten Verschärfungen wurden jedoch im Bereich der Staub- und Partikelgrenzwerte realisiert. Statt 130 Milligramm pro Kubikmeter dürfen nur noch 20 Milligramm pro Kubikmeter emittiert werden.

Gasturbinen

Die Grenzwerte der neuen TA Luft hinsichtlich der Kohlenmonoxid-Emissionen sind für Gasturbinen mit 100 Milligramm pro Kubikmeter gleich geblieben. Dagegen wurde der Grenzwert für Stickstoffoxid-Emissionen bei Erdgasbetriebenen Turbinen auf 75 Milligramm pro Kubikmeter herab gesetzt. Der Stickoxid-Grenzwert für flüssige und sonstige gasförmige Brennstoffe wurde einheitlich auf 150 Milligramm pro Kubikmeter festgelegt. Die Staubemissionen von Gasturbinen, die mit flüssigem Brennstoff betrieben werden, wurden in der neuen TA Luft begrenzt. Die entsprechende Russzahl (nach Bacharach) darf den Wert "2" im Dauerbetrieb bzw. den Wert "4"beim Anfahren nicht überschreiten.

Altanlagen sollen die Anforderungen zur Emissionsbegrenzung der Stickstoffoxide spätestens bis zum Oktober 2012 einhalten.

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