Erstes Quartal

T-Mobile USA treibt Umsatz bei der Telekom

Die Deutsche Telekom lässt sich das Wachstum ihres US-Geschäfts weiter einiges kosten. Zum Jahresstart sorgte die auf Hochtouren laufende Sparte der Bonner für einen starken Anstieg beim Umsatz.

Deutsche Telekom AG© Deutsche Telekom

Bonn (dpa-AFX/red) - Kehrseite der Medaille: Wegen hoher Ausgaben für Werbung und niedrigerer Tarife blieb davon letztlich weniger übrig, wie die Telekom (www.telekom.de) am Donnerstag in Bonn mitteilte. Aufgrund eines Sonderertrags aus einem Anteilsverkauf präsentierte Tim Höttges nach seinen ersten drei Monaten als Telekom-Chef dennoch einen im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum verdreifachten Gewinn.

Scout24-Verkauf bringt Gewinne ein

Weil die Mobilfunktochter T-Mobile US in der vergangenen Woche einen überraschend starken Kundenzustrom berichtet hatte, legte auch der Umsatz der Konzernmutter im ersten Quartal um acht Prozent auf 14,9 Milliarden Euro zu. Ohne den Zukauf des US-Mobilfunkers MetroPCS wäre noch ein etwa halb so großes Plus herausgesprungen. Unter dem Strich stand dank des Teilverkaufs des Internetportals Scout24 ein verdreifachter Konzerngewinn von 1,8 Milliarden Euro. Ohne diesen wäre der Nettoüberschuss mit 587 Millionen Euro gesunken. Die T-Aktie gab bis zum Mittag als einer der schwächsten Dax-Werte um knapp ein Prozent nach - hatte in der vergangenen Woche aber auch deutlich zugelegt.

Beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wurde der Preis des Wachstums deutlich: Das Ebitda ging um knapp vier Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zurück. Bei Herausrechnung von Wechselkurseffekten und Zukäufen wäre das Minus sogar mehr als doppelt so groß ausgefallen. Dennoch bleibt Höttges dabei: "Es war die goldrichtige Entscheidung, mutig in diesen Markt zu investieren."

Erstes Standbein US-Geschäft

Das US-Geschäft ist mittlerweile der Star in der Deutschen Telekom und der einzige wachsende operative Geschäftsbereich. Höttges hält damit ein zunehmend attraktives Blatt in der Hand. Es könnte sich vor allem dann auszahlen, wenn die Telekom erneut ein milliardenschweres Kaufgebot für das Geschäft an Land ziehen würde. Zuletzt hatten Spekulationen über ein Interesse des Rivalen Sprint die T-Aktie beflügelt.

Kleine Erfolge in Deutschland

Auf dem Heimatmarkt vermeldeten die Bonner einen kleinen Erfolg. Nachdem die Entgeltkürzungen durch Wettbewerbshüter abebben, hielten sich die Serviceumsätze im Mobilfunk stabil. Börsianer werteten das als gute Nachrichten. Auf dem insgesamt rückläufigen Markt nehmen die Bonner laut Analystenschätzungen vor allem dem britischen Rivalen Vodafone Marktanteile ab. Allerdings konnte das die ansonsten sinkenden Erlöse in Deutschland nicht komplett auffangen.

Druck durch die Regulierer

Höttges steht aber auch weiter vor Baustellen: In Europa schrumpften die Erlöse auch ohne den Verkauf einer bulgarischen Tochter. Dafür sei auch der Druck der Regulierungsbehörden verantwortlich, so Höttges. Mit der Entwicklung in den Niederlanden und Polen sei er nicht zufrieden. Bei möglichen Zukäufen und der Aufstockung von Beteiligungen in Osteuropa spiele vor allem der Preis die entscheidende Rolle. In der kriselnden Geschäftskundensparte T-Systems rutschte der Auftragseingang um mehr als ein Viertel ab. Hier achte man im Umbau strenger darauf, dass sich die Aufträge auch rechneten, hieß es.

Schwierigkeiten im Festnetz-Bereich

Im Breitbandgeschäft blieb der Wettbewerbsdruck von Seiten der Kabelanbieter hart, Kunden wanderten ab. Hoffnungsträger sind die schnellen VDSL-Glasfaserleitungen. Die Anstrengungen für den Verkauf der neuen Anschlüsse will das Unternehmen nach Angaben von Finanzchef Thomas Dannenfeldt noch hochfahren.

Die Telekom blieb für das Gesamtjahr bei ihrer Prognose. Am Ende soll weiter ein bereinigtes Ebitda von 17,6 Milliarden Euro erreicht werden, beim freien Barmittelzufluss ein Wert von 4,2 Milliarden Euro.

Quelle: DPA

Ausführliche Infos zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
  • Vodafone

    Vodafone und Liberty Global planen Neuordnung

    Vodafone und der US-amerikanische Kabelnetzbetreiber Liberty Global verhandeln über einen Austausch von Sparten. Eine Fusion soll nicht auf dem Programm stehen. Zu Liberty Global gehört auch der Kabelanbieter Unitymedia.

  • Smartphone-Tarife

    Prognose: Das Ende der Preissenkungen

    Schon vor der großen Mobilfunk-Fusion warnten Verbraucherschützer vor möglichen Preissteigerungen. Wie aber wird die Entwicklung 2015 tatsächlich aussehen? Einig scheint man sich darin zu sein, dass die Zeit der Preissenkungen erstmal vorbei ist.

  • telefonieren

    Bußgelder gegen Telko-Anbieter verhängt

    Beim Wechsel des Telekommunikationsanbieters fürchten Verbraucher vor allem eins: Plötzlich ohne Anschluss dazustehen. Damit das nicht passiert, greift die Bundesnetzagentur jetzt durch und verhängt Bußgelder.

  • Zusammenschluss O2 e-plus

    Auswirkungen der Mobilfunker-Fusion unklar

    Wenn o2 und E-Plus fusionieren, kämpfen nur noch drei Netzbetreiber um Kunden statt vier. Welche Auswirkungen das auf die Verbraucher haben wird, ist unklar. Es könnten sich Chancen, aber auch Risiken ergeben.

  • Telekom

    Telekom will Marktführung ausbauen

    Die Deutsche Telekom hat angekündigt, ihre Marktführerschaft in den nächsten Jahren weiter ausbauen zu wollen. Der bisherige Vorsprung auf dem Heimatmarkt Deutschland soll genutzt werden - trotz der anstehenden Fusion von o2 und E-Plus.

Top