Partnerschaftlich

SWM und Avacon wollen Stadtwerke Stendal übernehmen

Der Stadtrat von Stendal will 74,9 Prozent an seinen Stadtwerken verkaufen - und als letzte Bietergemeinschaft sind die Städtischen Werke Magdeburg und Avacon übrig geblieben. Beide Unternehmen wollen jeweils 37,45 Prozent der Anteile erwerben. Dadurch könnte die Stadt noch Einfluss auf die weitere Entwicklung nehmen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Stadtrat von Stendal wird in diesem Monat über den geplanten Verkauf von 74,9 Prozent der Stadtwerke beraten. Nach einer europaweiten Ausschreibung ist nur noch die Bietergemeinschaft aus Städtischen Werke Magdeburg GmbH (SWM) und Avacon AG übrig geblieben. Über das Konzept, das hinter ihrem Angebot steht, informierten jetzt SWM-Geschäftsführer Johannes Kempmann und Avacon-Finanzvorstand Dr. Ingo Luge.

Demzufolge wollen die Städtischen Werke Magdeburg und Avacon jeweils 37,45 Prozent der Anteile erwerben. Damit wären beide Unternehmen Minderheitsgesellschafter - das wiederum sichere der Stadt, über die vorhandene Sperrminorität hinaus, eine größere Einflussmöglichkeit auf die weitere Entwicklung der Stadtwerke zu nehmen.

Das Konzept sieht vor, dass die Städtischen Werke Magdeburg die kaufmännische Betriebsführung für die Sparten Strom, Gas und Wasser übernehmen. Die technische Betriebsführung der drei Sparten geht an Avacon über. Die Vertriebspolitik ebenso wie die Wärmeversorgung und die Wassergewinnungsanlagen bleiben in den Händen der Stadtwerke Stendal.

"Durch unser strategisches Konzept der Betriebsführung lassen sich Synergien heben, die langfristig die Wirtschaftlichkeit der Stadtwerke Stendal sichern", so Dr. Ingo Luge. Wenn Avacon die technische Betriebsführung übernehme, schließe das auch die in diesem Bereich tätigen Mitarbeiter ein. "Die Übernahme durch Avacon bietet den Mitarbeitern eine Reihe von Vorteilen" , so Luge. So sei beispielsweise die künftige Entlohnung nach E.ON-Tarif - sprich: keine Differenzierung zwischen Ost-/Westgehältern - einer von mehreren Inhalten der zu führenden Überleitungstarifverhandlungen.

Die Beschäftigten aus dem kaufmännischen Bereich werden zur SWM übergeleitet. Auch hier würden sich den Mitarbeitern langfristig sichere Arbeitsplätze bieten. "SWM übernimmt die vorhandenen Betriebsvereinbarungen, die unter anderem eine Kündigungsschutz-Garantie bis zum Jahr 2008 beinhalten. Der AVEU-Tarif wird beibehalten", versprach Johannes Kempmann.

Langfristiges Ziel sei der Erhalt der Stadtwerke, denen es ohne Partner schwer fallen würde, wirtschaftlich bestehen zu können. Stendal könne nicht zuletzt mit höheren Gewerbesteuereinnahmen rechnen, da Avacon infolge des Erwerbs der Anteile den Betriebsstandort Tangermünde nach Stendal verlegen will.

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