Riesenprojekt

swb plant Kraftwerksneubau in Bremen

Der Bremer Energieversorger swb plant gemeinsam mit seinen Anteilseignern Deutsche Essent GmbH und EWE AG ein neues Steinkohle-Kraftwerk auf dem Gelände in Mittelsbüren. Gleichzeitig ermöglicht eine Kooperation mit Essent den Weiterbetrieb von Block 14 des Erdgas-Kraftwerks am Standort Hastedt.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Bremen (red) - "Wir überlegen in den nächsten Jahren mehr als 700 Millionen Euro in Kraftwerke in Bremen zu investieren", kündigte gestern der Vorstandsvorsitzende des örtlichen Energieversorgers swb, Gerhard Harder, an. "Die neue Erzeugungsstrategie wurde möglich durch eine Kombination aus eigenen erfolgreichen Effizienzanstrengungen und einer drastischen Veränderung des Energiemarktes in den letzten Jahren."

Die Planungen für das neue Kraftwerk, das das größte technische Projekt in der bisherigen swb-Firmengeschichte ist, werden sofort beginnen, teilte Harder mit. Bereits seit mehr als einem Jahr wurden Machbarkeit und Marktchancen ausgelotet und schließlich seien die Zeichen als "günstig" gedeutet worden. Das Kraftwerk soll auf dem swb-Gelände in Mittelsbüren in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Stahlwerken gebaut werden und eine elektrische Leistung von 800 Megawatt (MW) erbringen.

Die sieben Anlagen des heutigen swb-Kraftwerkparks erreichen zusammen eine Leistung von 1100 Megawatt. Als Brennstoff soll Steinkohle eingesetzt werden, da dies der wirtschaftlichste Energieträger für ein Grundlast-Kraftwerk sei. Wenn der Aufsichtsrat der swb AG - voraussichtlich Ende des Jahres 2006 - dem Bau des Kraftwerkes endgültig zustimmt, könne das neue Kraftwerk nach einer Bauphase von drei Jahren Ende 2011 in Betrieb gehen. Die Planungskosten in zweisteller Millionenhöhe wurden indes vom Aufsichtsrat freigegeben.

Gleichzeitig soll Block 14 des Erdgas-Kraftwerks am Standort Hastedt jetzt nicht wie geplant Ende 2006 abgeschaltet werden. Eine Kooperation mit Essent ermöglicht einen Weiterbetrieb bis zum Jahr 2021. Ab Januar 2007 kauft Essent eine so genannte Leistungsscheibe von 75 Megawatt von Block 14 und hat damit Zugriff auf die Hälfte der 150 Megawatt. Vorraussetzung sind allerdings umfassende Modernisierungen an den Brennern und der Turbine, die die Lebensdauer der Anlage verlängern.

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