Preissteigerung

Superbenzin überschreitet flächendeckend 1,70 Euro

Eine Woche vor Ostern haben die Benzinpreise der Sorte Super E5 erstmals flächendeckend die Marke von 1,70 Euro pro Liter überschritten. Preissteigungen vor den Ferien sind keine Seltenheit, ein solch hoher Preis wurde jedoch bisher noch nicht erreicht. Der ADAC warnt vor weiteren Preissteigerungen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (dapd/red) - Der Benzinpreis für die herkömmliche Sorte Super E5 hat eine Woche vor Ostern zum ersten Mal flächendeckend die Marke von 1,70 Euro pro Liter erreicht. Am Mittwoch kostete Super E5 im Tagesdurchschnitt 1,70 Euro pro Liter, das Bio-Super E10 kostete 1,67 Euro und Diesel lag bei 1,53 Euro pro Liter, wie eine Sprecherin des zweitgrößten deutschen Tankstellenkonzerns Shell am Donnerstag in Hamburg mitteilte. E5 ist die mit Abstand meistverkaufte Benzinsorte in Deutschland.

Hohe Benzinpreise durch Anstieg der Wiederbeschaffungskosten

Eine Shell-Sprecherin begründete die hohen Preise mit dem Anstieg der Wiederbeschaffungskosten am Rohstoffmarkt in Rotterdam. Dort habe eine Tonne Superbenzin am 1. Januar 921 Dollar gekostet, am 1. März 1.105 Dollar und am 23. März 1.149 Dollar. Der Preisdruck bei Super bleibe bestehen, sagte sie. Bei Diesel dagegen habe sich die Lage etwa entspannt, weil die Heizsaison zu Ende geht und damit weniger Heizöl verbrannt wird.

Nach Angaben aus Handelskreisen fließen zurzeit große Mengen Benzin von Europa nach China, dem Land mit dem größten Automarkt der Welt.

ADAC sagt weitere Preissteigerungen voraus

Erst am Mittwoch hatte der ADAC berichtet, der Benzinpreis sei mit 1,66 Euro pro Liter E10 wieder auf dem bisherigen Höchststand angekommen. Der Dieselpreis lag dagegen mit 1,53 Euro leicht niedriger als in der Vorwoche. Der Club sagte bereits weitere Steigerungen voraus. Die Erfahrung lehre, dass die Spritpreise vor den Ferien meist stärker zulegten, erklärte der Verkehrsclub.

Antrag auf Benzinpreisbremse am Freitag im Bundesrat

Der Ölpreis lag am Donnerstag bei 124,10 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent. Die USA und Frankreich erwägen, Teile ihrer Öl- und Benzinreserven für Notfälle auf den Markt zu werfen, damit der Ölpreis fällt. Die Bundesregierung lehnte am Mittwoch solche Pläne ab.

Der Automobilclub AvD warnte vor einem Benzinpreis von zwei Euro. "Wir befürchten, dass wir bald die Zwei-Euro-Marke knacken, wenn die Regierung nicht zügig eingreift", sagte Sprecher Dirk Vincken.

Am Freitag berät der Bundesrat auf Antrag von Thüringen über die Einführung einer Benzinpreisbremse. Tankstellen dürften dann nur noch einmal am Tag den Preis erhöhen und müssten diesen Höchstpreis auch in eine Datenbank stellen. Thüringens Verkehrsminister Christian Carius (CDU) rechnet damit, dass preisbewusste Autofahrer die Benzinpreise in ihrer Umgebung dann per Handy stets im Blick haben.

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