"Sturm und Drang" im Vogelsberg

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com
Im Landkreis Vogelsberg (Hessen) stehen fast 100 Windkraftanlagen, die jede Menge Öko-Strom erzeugen: Rund 50 Millionen Kilowattstunden werden jährlich auf den Vogelsberger Höhen erzeugt; eine Leistung, die ungefähr 40 Prozent der gesamten hessischen Windenergie ausmacht und die - zumindest rein rechnerisch - den Strombedarf aller Haushalte im Kreisgebiet abdeckt.


In Hessen hängen mehr als 250 Windräder - demnächst werden es etwa 300 sein - mit einer Gesamtleistung von 125 Megawatt ihre Rotoren in den Wind, aber an die Vogelsberger Bilanz reicht kein anderer Landkreis heran. Die Stadt Ulrichstein, die 1997 mit vier Windkraftanlagen den ersten "kommunalen Windenergiepark" der Bundesrepublik errichtete - mittlerweile stehen dort zwölf Windräder -, investiert die entsprechenden Einnahmen sogar zweckgebunden in die örtliche Wasserversorgung. Für jede Kilowattstunde Öko-Strom, den die Stadt ins Netz einspeist, erhält sie von den Oberhessischen Versorgungsbetrieben (OVAG) 17 Pfennig - und das rechnet sich: 280.000 "Wind-Mark" konnte die Stadt allein im vergangenen Jahr einsetzen, um die Verluste ihrer Wasserversorgung auszugleichen, und satte 400.000 Mark (!) konnten noch der Rücklage zugeführt werden. Folge: Ein Ulrichsteiner Ortsteil wird in diesem Jahr eine komplett neue Wasserversorgung erhalten - und die Bürger müssen, dem Wind sei dank, keine Mark mehr in Sachen Wasserpreis bezahlen.


Thomas Liebau

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