Oberes Mittelfeld

Studie: Wirtschaftsstimmung bei Energieversorgern vergleichsweise gut

Im Vergleich mit der Energie- und Versorgerbranche liegen die Unternehmen der Telekommunikation, der Banken und der Elektronik - auch in vielen anderen Einzelfragen - weit vorn mit einer positiven Sicht der wirtschaftlichen Entwicklung. Sehr negativ sehen Handelsbranche und Medienhäuser das wirtschaftliche Geschehen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Überdurchschnittlich bewertete die Energie- und Versorgerbranche die wirtschaftliche Entwicklung im kommenden halben Jahr. 33 (Durchschnitt aller Branchen: 26) Prozent, schätzen die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland für die kommenden sechs Monate positiv ein, dagegen sehen sie nur 21 (33) Prozent negativ. Das ergab eine bundesweite repräsentative Umfrage der Management- und IT-Beratung Capgemini unter Unternehmern, Vorständen und Geschäftsführern.

Die Entwicklung des jeweils eigenen Unternehmens wird positiv gesehen, bleibt aber hinter dem allgemeinen Trend zurück: Die Auftragslage habe sich in den vergangenen sechs Monaten gebessert sagen 25 (42) Prozent, verschlechtert dagegen 16 (25) Prozent. 24 (Durchschnitt: 46) Prozent glauben, dass ihr Unternehmen im nächsten halben Jahr mehr Aufträge zu erwarten habe (weniger Aufträge: 7 (19) Prozent). Die Besserungen im eigenen Unternehmen werden sich allerdings nach der mehrheitlichen Meinung der insgesamt 1723 Teilnehmer der Studie (davon fünf Prozent aus der Energie- und Versorgerbranche) nicht in niedrigeren Arbeitslosenzahlen zeigen.

Positiver als im vergangenen Herbst, aber immer noch weitgehend negativ, werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eingeschätzt. Der Blick auf den Standort Deutschland fällt in der Energie- und Versorgerbranche - wie auch im Durchschnitt der anderen Branchen - skeptisch aus. 32 (Durchschnitt über alle Branchen: 37) Prozent, sahen eine Verschlechterung des unternehmerischen Umfeldes an ihrem Standort in den vergangenen sechs Monaten, nur 16 (15) Prozent sahen dagegen eine Verbesserung. Die Entwicklung der Steuerlast wird deutlich negativ eingeschätzt. Den Zugang zu Kapital sehen 29 (45) Prozent der Unternehmenslenker als schwieriger an, 18 (13) Prozent glauben es hier künftig leichter zu haben.

Ein weiterer Fragenkomplex zur EU-Osterweiterung ist aus aktuellem Anlass in das Wirtschaftsstimmungsbild mit eingeflossen. So wurde nach positiven oder negativen Impulsen gefragt, die von der EU-Erweiterung ausgingen, wobei das Ergebnis im Branchendurchschnitt ambivalent bis positiv blieb. Die Energie- und Versorgerbranche fiel hier mit Optimismus aus dem Rahmen: 34 Prozent erwarten sich von der EU-Osterweiterung positive Impulse für ihr Unternehmen, nur 22 Prozent sehen diese Entwicklung negativ.

Im Vergleich mit der Energie- und Versorgerbranche liegen die Unternehmen der Telekommunikation, der Banken und der Elektronik - auch in vielen anderen Einzelfragen - weit vorn mit einer positiven Sicht der wirtschaftlichen Entwicklung. In der Telekommunikationsbranche glauben an einen positiven Fortgang der wirtschaftlichen Entwicklung als Spitzenwert 61 (26) Prozent. Sehr negativ sieht die Handelsbranche das wirtschaftliche Geschehen der nächsten sechs Monate (45 Prozent: wird schlechter), ebenso wie die Medienhäuser (46 Prozent: wird schlechter).

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