Bis 2030

Studie warnt vor Verdopplung des Heizölpreises

Heizöl wird für Hausbesitzer und Mieter laut einer Studie zu einer immer teureren Angelegenheit. Bis zum Jahr 2020 drohe eine Preissteigerung um 50 Prozent, bis 2030 sogar eine Verdopplung des Heizölpreises, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie des Forschungsbüros EnergyComment im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen.

Heizkörper© Stephan Poost / pixelio.de

Berlin (AFP/red) - Für zwölf Millionen Haushalte sei Heizöl deshalb zur "Preisfalle" geworden. Schon das vergangene Jahr sei für die Verbraucher das teuerste aller Zeiten gewesen. Die Kosten für die Füllung eines handelsüblichen 3000-Liter-Tanks stiegen 2012 auf 2700 Euro und lagen damit um rund die Hälfte höher als noch vor zehn Jahren. Im Jahr 2030 dürfte das Befüllen eines 3000-Liter-Tanks der Studie zufolge 5520 Euro Kosten.

Bis 2030 Verdoppelung befürchtet

Für eine durchschnittlich gedämmte 70-Quadratmeter-Wohnung betrug die Heizölrechnung im vergangenen Jahr laut der Studie 945 Euro. Am Ende des kommenden Jahrzehnts werde sich der Betrag auf 1932 Euro verdoppeln. Der monatliche Heizkostenabschlag werde sich in diesem Zeitraum von rund 79 auf 161 Euro verdoppeln.

Der Rohölpreis habe sich in den vergangenen zehn Jahren verfünffacht und befinde sich auch weiterhin in einem "steilen Aufwärtstrend", erklärten die Autoren der Studie. Die Heizölpreise stiegen binnen zehn Jahren um 153 Prozent. Heizöl entwickle sich daher auch zu einem drängenden sozialpolitischen Problem. Für zwölf Millionen Haushalte sei Heizöl zu einer regelrechten "Preisfalle" geworden.

Höhere Abhängigkeit vom Heizöl

Heizöl komme vor allem in schlecht gedämmten Wohnungen und älteren Einfamilienhäusern zum Einsatz. Diese würden überdurchschnittlich häufig von älteren Menschen bewohnt, die sich auch tagsüber zu Hause aufhielten und daher höhere Heizkosten hätten. Auch die Brenner seien oft veraltet und wenig effizient. Mieter könnten zudem kaum Einfluss auf eine Jahr für Jahr steigende Heizölrechnung nehmen.

Nicht nur aus sozialpolitischen, sondern auch aus klimapolitischen Gründen müsse es ein zentrales Ziel der Wärmepolitik sein, den Verbrauch von Heizöl "rasch und umfassend" zu reduzieren, fordert die Studie. Zum einen müsse der Gebäudebestand deutlich schneller saniert werden. Nur die Heizanlagen zu erneuern, beseitige das Problem der steigenden Heizölpreise nicht. Für Neubauten seien höhere Anforderungen nötig.

Eingriffe in den Altbestand nötig

Außerdem müssten Anreize und Vorschriften dafür sorgen, dass Ölheizungen durch nachhaltigere Lösungen ersetzt werden. Auch hier sei der Altbestand entscheidend, da nur noch ein Prozent aller Neubauten Heizöl als Wärmequelle nutze.

Die Politik habe den Anstieg der Heizölpreise bislang oft unterschätzt oder gar "ignoriert", heißt es in der im Auftrag der Grünen erstellten Studie. Der energiepolitische Sprecher der Grünen, Hans-Josef Fell, warf Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) vor, bei den Heizkosten "völlig blind" zu sein. "Sie reiten auf dem Strompreis rum, während die sozialen Probleme im Heizölmarkt viel größer sind."

Quelle: AFP

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