Stromspar-Tipp

Studie: Stromfresser Weihnachtsbeleuchtung

Jahr für Jahr wird in den deutschen Städten und Vorgärten die Weihnachtsbeleuchtung immer weiter aufgerüstet. Doch bei stetig steigenden Strompreisen hat dies seinen Preis. Das Heidelberger IfED Institut für Energiedienstleistungen stellt dazu eine aktuelle Untersuchung vor.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Heidelberg (red) - Private Haushalte verbrauchen demnach für den festlichen Lichterglanz mindestens 409 Millionen Kilowattstunden (kWh). Das reicht aus, um etwa 141.000 Haushalte ein Jahr lang mit Strom zu versorgen, so Ifed. Der mittlere Stromverbrauch einer einzigen Lichterkette im privaten Bereich liege über die gesamte Weihnachtszeit bei etwa 30 kWh. Der festliche Glanz belastet laut IfED die Haushaltkasse mit rund 5,6 Euro. Lichtschläuche verbrauchen sogar das fünf- bis sechsfache.

"Ein durchschnittlicher Haushalt, der sich mit zwei Lichterketten und einen 10 m langen Lichtschlauch ziert, verbraucht zwischen dem 1. Advent und dem 6. Januar etwa 190 KWh", erläutert Rüdiger Winkler, Leiter des IfED, "rund halb soviel Strom wie er sonst das ganze Jahr über für seine Beleuchtung aufwendet."

Alles in allem summieren sich die Stromkosten für Weihnachtsbeleuchtung in den Haushalten dieses Jahr auf rund 77 Millionen Euro – eine Verteuerung gegenüber dem Vorjahr um rund 3,5 Millionen Euro. Angesichts des deutlichen Anstiegs der Strompreise rechnet das IfED 2006 nicht mit einem wesentlichen Verbrauchs-Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr.

Deshalb empfehlen die Heidelberger Experten bei der Weihnachtsdekoration möglichst stromsparende Beleuchtungsvarianten zu wählen. Auch auf Zeitschaltuhren sollte keinesfalls verzichtet werden, das schone den Geldbeutel und die Umwelt.

Auch die Städte können bei der Weihnachtsbeleuchtung durch energiesparende Techniken viel Energie einsparen. So setzt die Stadt Zürich stromsparende LED-Lichterketten ein und verringert dadurch den Verbrauch für die Weihnachtsbeleuchtung um 85 Prozent. In Deutschland benötigen Städte und Gemeinden für die weihnachtliche Illumination insgesamt etwa zehn Millionen kWh. Insgesamt werden hierzulande also mindestens 420 Millionen kWh für die Weihnachtsbeleuchtung verbraucht, was dem Jahresverbrauch eines größeren Flughafens entspricht. Von der Illuminationsbegeisterung der Amerikaner sind wir allerdings doch noch ein ganzes Stück entfernt. Dort durfte in einigen Orten die Weihnachtsbeleuchtungen wegen der Stromknappheit nicht vor 20 Uhr eingeschaltet werden.

"In Deutschland freuen sich über die Weihnachtsbeleuchtung nicht nur die Stromversorger," kommentiert Winkler, "auch der Staat kassiert an Steuern und Abgaben von der Stromrechnung etwa vierzig Prozent also gut 31 Millionen Euro – mehr als im Rest Europas".

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