50 Prozent Minderung

Studie: Kommunaler Klimaschutz hat enormes Potenzial

In einer vom Bundesumweltministerium geförderten Studie wurde am Beispiel München untersucht, wie die Kohlendioxidemissionen langfristig um rund 50 Prozent verringert werden können. Bundesumweltminister Trittin sieht daher enorme Chancen zur Minderung des Kohlendioxid-Ausstoßes auf kommunaler Ebene.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin sieht auf kommunaler Ebene enorme Chancen und Potentiale zur Minderung des Kohlendioxid-Ausstoßes. "Konsequenter Klimaschutz auf kommunaler Ebene kann wesentliche Beiträge für weitergehende Klimaziele über die Kyoto-Verpflichtungen hinaus leisten. Lokale Klimaschutzaktivitäten beleben zudem die örtliche Bauwirtschaft", sagte Trittin in Berlin bei der Vorstellung einer Studie des Ökos-Instituts über kommunale Strategien zum Klimaschutz. Darin werden die Sanierung der Altbausubstanz, Energieeinsparung im Bereich Handel, Dienstleistungen und Gewerbe, der Einsatz von Biomasse zur städtischen Energieversorgung sowie Energiesparen in städtischen Gebäuden als besonders wichtige Handlungsfelder untersucht.

In der vom Bundesumweltministerium geförderten Studie wurde für die Stadt München untersucht, wie das Ziel einer Verminderung der Kohlendioxidemissionen um etwa vier Millionen Tonnen - das entspricht 50 Prozent - langfristig erreichbar ist. Zugleich enthält sie eine an den aktuellen und künftig absehbaren Rahmenbedingungen orientierte Strategie für den kommunalen Klimaschutz in München. "Die Erkenntnisse der Studie geben auch anderen Städten wichtige Hinweise, wie enorme Potentiale zur Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen erschlossen werden können", betont der Bundesumweltminister.

Die Wissenschaftler zeigen mit von Referenz-, Maßnahmen- und Zielszenarien geeignete Pfade zur Treibhausgas-Minderung auf und stellen diese in Handlungsschwerpunkten dar. Von diesen 38 Handlungsschwerpunkten wurden 14 ausgewählt, die unter den bestehenden zeitlichen und finanziellen Restriktionen sofort umgesetzt werden könnten. Schon damit könnten bis zum Jahr 2010 zwischen 2,02 bis 2,14 Millionen Tonnen Kohlendioxidemissionen verhindert werden. Dies entspreche mehr als der Hälfte der Gesamtzielsetzung von insgesamt 3,985 Millionen Tonnen.

Die Studie "Kommunale Strategien zur Reduktion der CO2-Emissionen um 50 % am Beispiel der Stadt München" ist im Internet abrufbar.

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