EEMDO

Studie: Fundamentale Marktkräfte lassen Energiepreise steigen

Handlungsbedarf im Aufbau geeigneter Kontrollmechanismen für die liberalisierten Märkte sowie in der Ausgestaltung von Anreizen zum Aufbau oder Erhalt genügender Kapazitätsreserven konstatiert die Herbstausgabe einer europäischen Deregulierungsstudie der Unternehmensberatung Capgemini der Energiebranche.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Das Spiel der fundamentalen Marktkräfte treibt derzeit die Preise auf den europäischen Gas- und Strommärkten nach oben. In einigen Ländern wie Frankreich und Großbritannien wird diese Entwicklung gebremst - lautet ein Ergebnis der Herbstausgabe des European Markets Deregulation Observatory (EEMDO), einer europäischen Deregulierungsstudie der Unternehmensberatung Capgemini.

Insbesondere der Ausgleich von Angebot und Nachfrage übe mittlerweile in einer Reihe von Märkten einen starken Einfluss auf die Preisbildung aus. "Während anfänglich die Deregulierung überhaupt erst Preiswettbewerb mit der Folge sinkender Preise entstehen ließ, wird der Preis nun immer mehr durch Angebot und Nachfrage beeinflusst", erläutert Bernd Wöllner, Vice President Energy & Utilities bei Capgemini in Zentraleuropa.

Die zunehmende Wettbewerbsintensität auf den europäischen Strom- und Gasmärkten werde durch Auktionen mit Strom aus virtuellen Kraftwerken, Gas-Release-Programmen und anhaltenden Unternehmensübernahmen forciert. Gerade durch den Kauf von Wettbewerbern würden sich die etablierten Versorgungsunternehmen den Zugriff auf physische Kapazitäten sichern, ihre Verteilungsgebiete erweitern und ihren Kunden kombinierte Strom/Gas-Angebote machen. Allerdings konnte insgesamt in 2004 in zwei Bereichen ein deutlicher Fortschritt in der Deregulierung beobachtet werden: Zum einen in der vollständigen Öffnung der Geschäftskundenmärkte zum 1. Juli, zum anderen in der Entflechtung der Netzgesellschaften.

Der Report zeigt ebenfalls, dass das Volumen der regenerativen Energien seit dem letzten EEMDO-Bericht deutlich gestiegen ist. Dies gelte vor allem für die Windenergie und insbesondere in Spanien und Dänemark. Capgemini erwartet auch durch die Einführung des Kohlendioxid-Emissionshandels einen deutlichen Schub für erneuerbare Energien. Auch werden mit steigendem Wettbewerb die Wechselraten steigen, das Interesse der Verbraucher nehme zu, haben die Unternehmensberater herausgefunden.

"Es besteht noch großer Handlungsbedarf im Aufbau geeigneter Kontrollmechanismen für die liberalisierten Märkte sowie in der Ausgestaltung von Anreizen zum Aufbau oder Erhalt genügender Kapazitätsreserven, um ausreichende Sicherheitsmargen zu gewährleisten. Die Arbeit an diesem gesamten Themenkomplex ist stark im Fluss - die Fragen nach den Rahmenbedingungen für Investitionen in neue Kraftwerke oder dem Ausbau der Lagerkapazitäten für Gas drängen allerdings bereits seit geraumer Zeit", fasst Wöllner die Ergebnisse der Untersuchung zusammen.

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