Gleichberechtigung

Studie: Frauen finanzieren Möbel und Männer TV-Geräte

Finanzen und Gleichberechtigung – Im Jahr 2016 geht man eigentlich davon aus, dass beides bei Männern und Frauen zusammengehört. Das sagt aber noch nichts über das Verhalten beim Thema Geld aus: Eine Studie zeigt die Unterschiede bei Geldanlagen und Krediten zwischen den Geschlechtern auf.

FamilieBei den Finanzen gibt es bei Männern und bei Frauen unterschiedliche Verhaltensweisen.© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - Seit rund 67 Jahren gelten Frauen und Männer in Deutschland als gleichberechtigt. Doch trotz Verankerung im Grundgesetz seit dem 23. Mai 1949, eröffnete erst im Jahr 1962 die erste Frau in Deutschland ein eigenes Bankkonto. Was seinerzeit noch als Besonderheit galt, ist heute dankenswerter Weise längst Alltag.

Dennoch gibt es auch heute noch Unterschiede zwischen den Geschlechtern beim Umgang mit ihren Finanzen. Wie eine Studie der Targobank pünktlich zum Weltfrauentag zeigt, nehmen Männer und Frauen etwa für unterschiedliche Bereiche Kredite auf und bei den Frauen wird vergleichsweise beim Autokauf gespart.

Risikofreudigkeit bei der Anlagestrategie

Frauen agieren in der Geldanlage demnach risikobewusst und wählen vorwiegend vorsichtigere Anlagestrategien. So ist der Anteil der Frauen, die konservativ investieren, beispielsweise in festverzinsliche Wertpapiere, mit 23 Prozent fast doppelt so hoch wie bei den Männern (12 Prozent). Männer sind hingegen eher auf Wachstum aus. Doppelt so viele Männer (8 Prozent) wie Frauen (4 Prozent) wählen eine risikofreudige Anlagestrategie. Das heißt, sie legen ihr Geld eher in Wertpapieren an und nutzen dabei Aktienfonds oder spekulative Anleihen, die zwar ein hohes Renditepotential haben, aber auch ein hohes Verlustrisiko bergen. Die zurückhaltende Anlagestrategie der Frauen ergibt sich aus ihrer zaghaften Selbsteinschätzung: So ist der Anteil der Männer, die sich selbst in die höchste Kenntnisklasse zum Wertpapiergeschäft einordnen, mit 15 Prozent dreimal so hoch wie bei den Frauen mit gerade einmal 5 Prozent.

Mehr Frauen nehmen Kredite für Autos auf

Innerhalb der letzten zwei Jahre ist die Anzahl weiblicher Kunden in der Produktpalette der Autofinanzierungen gestiegen, so die Studie. Waren es im Februar 2014 noch 21 Prozent Frauen, nutzen im Februar 2016 bereits 25 Prozent eine Autofinanzierung, wobei die aufgenommenen Kreditsummen durchschnittlich um 14 Prozent geringer sind als die der Männer. Dies lässt sich auf die Kaufpreise und Ausstattung der Fahrzeuge zurückführen, die die Geschlechter präferieren, so die Bank. Während Männer Wert auf die Leistungsstärke (durchschnittlich 155 PS bei Männern vs. 133 PS bei Frauen) legen, schauen Frauen auf den Preis des Autos (durchschnittlich 20 Prozent günstiger) und bevorzugen Wagen mit einer im Schnitt 12 Prozent geringeren Laufleistung. Auch bei den Herstellern gibt es klare Vorlieben: Fiat, Mini, Peugeot und Smart werden hauptsächlich von weiblichen Fahrern erworben. Marken wie Mercedes, Renault, Volvo und Kia bestücken dagegen den männlichen Fuhrpark.

Frauen kaufen Küchen und Männer das Soundsystem

Auch bei Händlerfinanzierungen sind es der Studie zufolge wieder die Männer, die weniger Hemmungen haben, bei Anschaffungen zur Finanzierung zu greifen. Das Verhältnis zwischen weiblicher und männlicher Kundschaft liegt bei Finanzkaufkrediten bei 40 zu 60. Frauen nutzen Finanzierungsangebote der Händler öfter für Möbel, Männer hingegen schließen für Unterhaltungselektronik häufiger Finanzierungsverträge ab. Auch hier sind die aufgenommenen Kreditbeträge von Frauen geringer als die von Männern. Die Kredite der Frauen sind bei Händlerfinanzierungen durchschnittlich um 60 Euro geringer als die der Männer.

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