Zusatzkosten

Studie: Forcierter Ausbau der Windkraft gefährdet Stromversorgung

Einer Studie zufolge erhöht der Ausbau der Windenergie unter den gegenwärtig geltenden Rahmenbedingungen das Risiko großflächiger Stromausfälle in Deutschland und Europa. Um die Netzkapazitäten anzupassen, müsste bis 2010 ein Betrag von gut einer Milliarde Euro in das deutsche Hochspannungsnetz investiert werden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der politisch forcierte Ausbau der Windenergie erhöht unter den gegenwärtig geltenden Rahmenbedingungen laut einer Studie das Risiko großflächiger Stromausfälle in Deutschland und Europa. Die Studie mit diesem brisanten Ergebnis ist von der Deutschen Energieagentur (dena) in Auftrag gegeben worden, wie die "Berliner Zeitung" (Montagausgabe) schreibt. Die beim Bundesumweltministerium angesiedelte Agentur wird zu rund 50 Prozent aus Bundesmitteln finanziert.

Der Studie zufolge muss wegen der zusätzlichen Windkraftanlagen zudem bis 2010 ein Betrag von gut einer Milliarde Euro in das deutsche Hochspannungsnetz investiert werden, heißt es in dem Bericht. Weitere zwei Milliarden Euro seien für den windkraftbedingten Netzausbau bis zum Jahr 2020 erforderlich. Dabei noch nicht berücksichtigt seien die auf gut 15 Milliarden Euro veranschlagten Anschlusskosten für die beabsichtigten Offshore-Windpark-Projekte in Nord- und Ostsee.

Erhebliche Zusatzkosten entstünden zudem durch die notwendige Vorhaltung einer wachsenden Zahl von konventionellen Ersatzkraftwerken. Deren Leistung wird dann benötigt, wenn die Windkraftanlagen wegen Flaute oder Sturm abgeschaltet werden müssen.

Der Studie zufolge gefährdet bereits der aktuelle Bestand an Windkraftanlagen die Stabilität des europäischen Stromverbundnetzes, denn die Verfügbarkeit und Übertragung der erforderlichen Reserveleistungen sei schon jetzt nicht mehr gewährleistet. Komme es an windstromstarken Tagen zu Netzstörungen und dadurch ausgelösten Abschaltungen der Windstromanlagen, führe dies "zu spontanen Leistungsdefiziten von mehreren Tausend Megawatt", auf die das europäische Verbundnetz so nicht vorbereitet sei.

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