Umfrage

Studie erwartet mehr Wettbewerb durch neues EnWG

Der "Branchenkompass 2005 Energieversorger" von Mummert Consulting und F.A.Z.-Institut zeigt, wie sich die Energieversorger in Deutschland in den kommenden Jahren aufstellen wollen. Für die Studie hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Januar 100 Topentscheider aus 100 großen Versorgern befragt.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Die derzeit hohen Strom- und Gaspreise in Deutschland werden schon bald deutlich unter Druck geraten. Hauptgrund dafür sei der durch staatliche Regulierung erzwungene Veränderungsprozess im Netz- und Vertriebsbereich. Das zeigt zumindest der aktuelle "Branchenkompass 2005 Energieversorger" der Unternehmensgruppe Steria Mummert Consulting und des F.A.Z.-Instituts

Basis der Untersuchung ist eine Forsa-Umfrage unter 100 Spitzenmanagern deutscher Energieunternehmen. Nur 14 Prozent von ihnen rechnen damit, dass die Energiewirtschaft stärker zulegt als das allgemeine Wirtschaftswachstum. Der Vergleich mit dem Branchenkompass des Jahres 2002 zeigt, dass sich das Klima damit deutlich verschlechtert hat. Weniger als die Hälfte der Entscheider sieht heute die Entwicklung der Energiebranche parallel zum erwarteten Konjunkturaufschwung - damals waren es noch fast drei Viertel der Befragten. Das Verhältnis von Optimisten zu Pessimisten hat sich darüber hinaus umgekehrt.

Der Verbraucher können sich laut Studie auf eine Senkung der Netznutzungsentgelte freuen. Nach einem Anstieg zwischen 2001 und 2005 um bis zu 46 Prozent laut RegTP, könnten sie Experten zufolge in den kommenden drei bis fünf Jahren ohne Strukturänderungen um 15 Prozent gesenkt werden. Dies bedeute eine Senkung der Endpreise für Strom um fünf Prozent. Ähnliches wird für die Gaspreise vermutet.

Zudem ergab die Studie, dass die Energienovelle die Margen der Branche senken und die Kosten steigern wird. Zwei Drittel der Energieversorger planen daher, "nennenswerte" Investitionen in ihr Regulierungs- und Informationsmanagement. Dieser Posten stehe somit an erster Stelle der Investitionsprojekte. Zudem will die Branche auf eine verstärkte Kundenwerbung und auf effektives Controlling setzen. Die Steigerung der Kosteneffizienz ist nach Ansicht der befragten Topmanager die beste Strategie, um die bevorstehenden Herausforderungen zu bewältigen.

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