Gefahr und Chance

Studie: Energiewirtschaft setzt zunehmend auf Unbundling

Der anstehende Meilenstein zur Ausgründung der Transportnetzbetreiber im Sommer ist ein geeigneter Anlass, die aktuelle Entwicklung im "Unbundling" erneut zu betrachten. Die Münchner Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton hat die Situation im Markt analysiert.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

München (red) - Obwohl der gesetzliche Zwang ein wichtiger Treiber des Unbundlings ist, zeigt eine aktuelle Marktumfrage der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton, dass nur 35 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland, Österreich, Schweiz und Luxemburg Unbundlingmaßnahmen aus gesetzlichen Zwängen umsetzen. Eine deutliche Mehrheit von 57 Prozent beugt sich zwar den EU-Richtlinien, sieht Unbundling aber auch als Chance, ein neues und besseres Managementmodell einzuführen.

Ausschließlich als Managementmodell wird Unbundling sogar von acht Prozent der befragten Unternehmen bewertet. Als wesentliche Vorteile werden dabei die Erhöhung der internen Transparenz (61 Prozent), die Steigerung der Effizienz (46 Prozent), die stärkere Marktorierttierung (45 Prozent) und die verbesserten Kooperationsmöglichlceiten (43 Prozent) hervorgehoben.

Die Studie ergab aber auch, dass die befragten Führungskräfte Synergieverluste als größte Herausforderung des Unbundlings ansehen. Hatten bei der von Booz Allen Hamilton im Winter 2002 durchgeführten Marktumfrage nur 15 Prozent diese Befürchtung geäußert, so sind es aktuell bereits 68 Prozent. Weiterhin werden der Aufwand der Ausgründung (65 Prozent), komplexere Schnittstellen (53 Prozent) und höhere Anforderungen an das Rechnungswesen und das Controlling (51 Prozent) als Nachteile genannt.

Um die Synergieverluste zu mindern und die Unterschreitung der kritischen Größe zu verhindern, streben immer mehr Unternehmen Kooperationen an. Dr. Karlheinz Bozem, der für das Utility-Geschäft in Deutschland zuständige Partner: "Durch das Unbundling wird die Anzahl der Kooperatiorten über alle Ebenen hinweg deutlich ansteigen. Dies wird die Industrie in ihrer gesamten Struktur revolutionieren".

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