Heizung, Lüftung, Aufzug

Studie: Energiefresser in Kliniken finden

Das Fraunhofer-Institut untersucht momentan die Energieeffizienz exemplarisch in 20 deutschen Krankenhäusern. Die aufgedeckten Einsparpotenziale und Lösungsvorschläge sollen dann auch auf andere Kliniken angewendet werden können. Die DBU fördert das Projekt mit 125 000 Euro.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Oberhausen (red) - In Deutschland gab es laut Statistischem Bundesamt 2004 insgesamt 2166 Krankenhäuser mit etwa 530 000 Betten. Ihr Energiebedarf ist enorm: 5000 Liter Heizöl pro Jahr würde jedes Patientenbett "schlucken", würden Wärme und Energie mittels Heizöl erzeugt - ein modernes Einfamilienhaus kommt im selben Zeitraum mit weniger als der Hälfte aus. Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) sieht im Energieverbrauch der Kliniken daher enormes Einsparpotenzial.

Mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) startet das Institut aus Oberhausen in diesem Monat ein Spar-Programm auch zu Gunsten der Umwelt: In 20 Krankenhäusern wollen die Wissenschaftler erstmalig in einzelnen Bereichen Einsparpotenziale aufdecken und Lösungsvorschläge erarbeiten, die auch auf andere Kliniken übertragen werden können. In der Untersuchung werden dabei die individuellen Eigenschaften der 20 Krankenhäuser berücksichtigt. "Wir werden den Verbrauch von Heizung, Warmwasser, Kühlung, Lüftungsanlagen, Aufzüge, Druckluft und der zentralen Energiewandlungsanlagen messen", weiß Dr. Christian Dötsch vom Fraunhofer-Institut. Die Ergebnisse bewerten die Wissenschaftler dann anhand von individuellen Einflussgrößen wie der Patientenzahl.

"Um unsere Studie für andere Kliniken verwertbar zu machen, ist es nicht nur notwendig, dass wir charakteristische und relevante Verbrauchsbereiche untersuchen. Wir müssen uns auch auf eine übliche Krankenhausgröße mit 300 bis 600 Betten festlegen", betonte Dötsch. Jedes dritte Bett in Deutschland stehe in dieser Klinikkategorie. Dadurch könnten die Ergebnisse der Untersuchung von einem Großteil der Krankenhäuser genutzt werden. Inzwischen haben sich bereits 17 Kliniken für die Teilnahme am Forschungsvorhaben beworben.

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