Stromwirtschaft stärkt Industriestandort

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
"Die großen industriellen und gewerblichen Kunden der deutschen Stromversorger zahlten 1999 rund elf Milliarden (Mrd.) DM weniger für Strom als im Vorjahr. Damit hat die Stromwirtschaft einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie geleistet, der deutlich über den Entlastungszielen der geplanten Unternehmenssteuerreform liegt." Das erklärte Dr. Heinz Klinger, Präsident der Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke (VDEW), Frankfurt am Main, auf der Hannover Messe. Zwei Jahre nach Öffnung seines Strommarktes stehe Deutschland inzwischen an der Spitze des europäischen Wettbewerbs. Die in Europa einmalige Wettbewerbsintensität habe auch dazu geführt, dass der Abstand zu preisgünstigeren Nachbarländern wie Frankreich oder den Niederlanden um bis zu einem Viertel verringert werden konnte.


Dieser Kraftakt sei nur möglich gewesen, weil die Stromversorger sich durch ein frühzeitiges, aber auch schmerzhaftes Drehen an der Kostenschraube fit für den Wettbewerb gemacht hätten. Eine Folge dieses Zwangs zur Kostenreduzierung durch Rationalisierung sei allerdings, dass die Beschäftigtenzahl in der Branche zwischen 1991 und 1999 von 217 000 auf rund 150 000 gesunken sei. Durch den Wettbewerb im Strommarkt sei es zudem zu neuen Kooperationsformen zwischen Stromanbietern und Kunden gekommen, die über reine Stromlieferungen hinausgingen. Als Energiedienstleister erfüllten die Stromversorger auch individuelle Wünsche, die von umfangreichen Beratungen bis zu komplexen Dienstleistungen wie Last- und Energiemanagement sowie Anlagencontracting reichten.


Auf die Erfolge des Wettbewerbs im Strommarkt reagiere die Politik aber nicht mit weiterer Unterstützung, sondern mit immer neuen Sonderlasten. So werde allein die Stromsteuer Deutschlands Stromverbraucher im Jahr 2000 mit knapp sieben Milliarden DM belasten. Beim Erneuerbare-Energien-Gesetz rechnet die VDEW bis 2002 mit jährlichen Kosten für diese Dauersubventionen von rund drei Milliarden Mark Klinger: "Ich frage mich, ob eine Politik schlüssig ist, die einerseits durch Wettbewerb im Strommarkt den Standort Deutschland stärkt und gleichzeitig das Erreichte durch das Schwingen des Steuerhammers wieder zerschlägt."

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