Gigawatt-Fresser

Stromverbrauch von Handys und Computer steigt enorm

Die wachsende Verbreitung von Handys und Computern und anderen Elektrogeräten wird in den nächsten Jahrzehnten einen immer größeren Anteil am Stromverbrauch ausmachen. Bis 2030 werde sich der Energiebedarf durch Unterhaltungselektronik und Bürogeräte verdreifachen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Dies werde nicht nur die Stromrechnungen der Haushalte nach oben schießen lassen, sondern auch "Versuche gefährden, die Energiesicherheit zu verbessern und den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken", erklärt die Internationale Energieagentur IEA. Die Politik müsse deshalb dringend auf die Hersteller einwirken, den Energieverbrauch der Geräte deutlich zu senken.

Stromverbrauch verdreifacht sich bis 2030

Elektronische Geräte, darunter fast eine Milliarde Handys und zwei Milliarden Fernseher, stünden derzeit für 15 Prozent des Stromverbrauchs in Privathaushalten, erklärte die IEA. Bis 2022 werde sich ihr Energiekonsum verdoppeln und bis 2030 dann auf 1700 Terawattstunden verdreifachen - so viel, wie Haushalte in den USA und Japan derzeit insgesamt an Strom verbrauchten.

200 Milliarden Dollar an Stromkosten

"Das würde sich auf den Stromrechnungen der Haushalte rund um den Globus mit 200 Milliarden US-Dollar niederschlagen", sagte IEA-Direktor Nobuo Tanaka. Zudem müssten Kraftwerke gebaut werden, die den Mehrbedarf durch die Geräte von schätzungsweise 280 Gigawatt decken könnten. Zum Vergleich: Selbst große Kraftwerke liefern heutzutage meist nicht mehr als ein Gigawatt.

Energiehunger durch Effizienz eindämmen

In ihrer Studie "Gadgets und Gigawatt" sind die IEA-Experten überzeugt, dass bei den elektronischen Stromfressern noch viel Einsparpotenzial besteht. Schon heute könne ihr Verbrauch durch verfügbare Techniken mehr als halbiert werden, schreiben sie. "Das könnte den Verbrauchsanstieg auf weniger als ein Prozent pro Jahr bis 2030 begrenzen." Davon würde auch die Stromrechnung der Haushalte weltweit profitieren, die dann in 20 Jahren 130 Milliarden Dollar niedriger ausfallen werde.

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