Durch EEG-Umlage

Strompreise könnten stärker steigen als geplant

Die Förderung von Ökoenergie könnte Strom für Verbraucher nach Einschätzung der Bundesnetzagentur teurer machen als von der Bundesregierung beabsichtigt. Bleibe die Förderung wie bisher gestaltet, "boomt der Bau neuer Anlagen" weiter, sagte Netzagentur-Präsident Matthias Kurth der "Passauer Neuen Presse" (Dienstagsausgabe).

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Passau (afp/red) - Damit könne das erklärte Ziel der Bundesregierung, die Förderzulage unter rund 3,5 Cent pro Kilowattstunde zu halten, nächstes Jahr nicht eingehalten werden. Dann müsse mit einer Zulage von vier Cent oder mehr gerechnet werden.

Erneuerbare Energien werden in Deutschland durch eine garantierte Vergütung für eingespeisten Strom gefördert. Das Geld dafür wird über die sogenannte EEG-Umlage bei allen Stromkunden eingesammelt - bei Unternehmen wie Verbrauchern. Schon zum 1. Januar hat die EEG-Umlage die Schwelle von 3,5 Cent leicht überschritten. Der Förderbeitrag liegt derzeit bei 3,592 Cent je Kilowattstunde.

Strompreise steigen auch durch Netzausbau

Die Energiewende werde Verbraucher künftig auch belasten, weil viel Geld in die Stromnetze investiert werden müsse, sagte Kurth. Die Kosten hierfür seien aber "beherrschbar". Steigende Netzgebühren hätten Strom für Endkunden zum 1. Januar um ein bis zwei Cent verteuert. Aber auch die Entlastung energieintensiver Unternehmen führe zu Mehrkosten für Verbraucher. Hingegen seien die Einkaufspreise für Strom weniger stark gestiegen als befürchtet. Ökoenergie habe am Markt teilweise einen preisdämpfenden Effekt, sagte Netzagentur-Präsident Kurth.

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