Preisunterschiede

Strompreise der Grundversorger variieren stark

Das unabhängige Verbraucherportal Verivox hat die Strompreise der Grundversorger in Deutschland verglichen. Die Preisunterschiede in der gesetzlichen Grundversorgung betragen bis zu 35 Prozent, was für einen Musterhaushalt einen jährlichen Unterschied von rund 317 Euro bedeutet.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Heidelberg (red) – Die örtliche Grundversorgung ist der Tarif, in den Verbraucher eingestuft werden, wenn sie sich nicht aktiv um einen anderen Tarif beim örtlichen Grundversorger oder bei einem anderen Anbieter kümmern. Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren im Jahr 2009 noch rund 45 Prozent der Verbraucher in der örtlichen Grundversorgung – obwohl in diesem Tarif die höchsten Preise bezahlt werden.

Grundversorgung ist deutlich teurer

Die Kosten der Grundversorgung für einen Musterhaushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 4000 kWh liegen im Bundesschnitt derzeit bei 1.036 Euro, so die Angaben von Verivox. Die günstigsten Tarife der örtlichen Grundversorger, für die sich Verbraucher aktiv entscheiden müssen, liegen bei durchschnittlich 951 Euro. Die günstigsten verfügbaren Tarife von anderen Stromanbietern unterbieten diese Preise deutlich mit einem Durchschnitt von 806 Euro (ohne Vorauskasse).

Die Preisunterschiede bei den Grundversorgen unterscheiden sich auch untereinander stark, auch je nach Region. Bei den Gemeindewerken Stockstadt am Main (Bayern) werden beispielsweise 895 Euro pro Jahr fällig. Bei den Stadtwerken Neustadt an der Orla (Thüringen) sind es hingegen 1.212 Euro.

Ohne Fixkosten sind die Preisdifferenzen noch größer

Noch größere Unterschiede ergeben sich, wenn die Strompreisbestandteile abgezogen werden, die von den Energieversorgern nicht beeinflusst werden können. Dabei handelt es sich um Steuern und Abgaben sowie Netznutzungsentgelte. Diese Posten machen rund 69 Prozent des Gesamtpreises aus. Die restlichen 31 Prozent stehen den Unternehmen für Beschaffung, Vertrieb und Marge zur Verfügung.

Vergleicht man die Beträge, die den Stromversorgern für Beschaffung, Vertrieb und Marge bleiben, können Unterschiede von über 160 Prozent beobachtet werden. Beim Fürstlich Fugger’schen Elektrizitätswerk in Kirchheim (Bayern) bleiben nach Abzug der Steuern und Netzentgelte beispielsweise nur 201 Euro für den Stromversorger selbst übrig. Bei den Gemeindewerken Cadolzburg (Bayern) sind es hingegen 537 Euro.

Verbraucher sollten Tarife prüfen und Preise vergleichen

"Fast die Hälfte der Verbraucher steckt 13 Jahre nach der Liberalisierung des Strommarktes noch immer in den alten Tarifen aus der Monopolzeit", sagt Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox. "Dabei gibt es mittlerweile viele Alternativen. Derzeit sind pro Postleitzahl durchschnittlich 97 unterschiedliche Anbieter verfügbar."

Welche das jeweils sind und mit welchem Tarif man wie viel Geld sparen kann, verrät unser Strompreisvergleich. Einfach Postleitzahl und Jahresverbrauch eingeben; gewechselt werden kann vielfach ganz einfach online.

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