Preissteigerungen

Strompreisbremse könnte Bahntickets verteuern

Eine Strompreisbremse, die die Verbraucher entlasten soll, wird gerade von der Regierung diskutiert.

Stromrechnung© Sergej Toporkov / Fotolia.com

Eine Strompreisbremse, die die Verbraucher entlasten soll, wird gerade von der Regierung diskutiert. Dazu gehört auch die Überlegung, dass der Schienenverkehr die EEG-Umlage voll bezahlen soll und keine Teil-Rückerstattungen mehr bekommt wie bisher. Eigentlich soll mit derartigen Maßnahmen dafür gesorgt werden, dass die Strompreise für die Verbraucher im Rahmen bleiben. Jetzt zeichnet sich aber ab, dass die Bürger die Einsparungen an anderer Stelle wahrscheinlich doch zu spüren bekommen würden.

Strompreisbremse bedeutet Mehrbelastung für die Bahn

Würde der Plan von Umweltminister Altmaier durchgesetzt, würde das unter anderem für die Bahnunternehmen eine hohe Mehrbelastung bedeuten. 270 Millionen Euro im Jahr müssten mehr gezahlt werden, heißt es in einem Bericht der FAZ. Die Deutsche Bahn müsste ein um zehn Prozent niedrigeres Konzernergebnis verdauen, wodurch Fahrpreiserhöhungen nicht zu vermeiden wären.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) rechnet in Verkehrsverbünden mit Preissteigerungen von bis zu sieben Prozent, falls die EEG-Vergünstigung wegfallen sollte. Für die Bahn könnten diese Steigerungen laut FAZ noch höher ausfallen. Der VDV argumentiert, durch weitere Belastungen des strombetriebenen Schienenverkehrs treibe man die Fahrgäste zurück zum Auto, obwohl doch eigentlich das Gegenteil das Ziel sei.

Einer der größten Stromverbraucher Deutschlands

Die Bahn ist einer der größten Stromverbraucher Deutschlands. 2,5 Milliarden Euro zahle die Deutsche Bahn an Energiekosten pro Jahr, heißt es. 55 Millionen davon entfallen auf die EEG-Umlage, für 90 Prozent des verbrauchten Stroms gilt ein ermäßigter Satz. Der Anteil an Ökostrom bei der Bahn betrage derzeit 24 Prozent.

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