Rekord

Strompreis: Neuer Rekord bei Steuern und Abgaben

Der Strompreis steigt für die meisten Haushalte 2016 erst mal nicht. Zwar sind die staatlichen Abgaben im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und sind damit auf einen neuen Rekordwert geklettert. Allerdings sparen die Energieversorger dafür beim Einkauf.

Steigende Stromkosten© jogyx / Fotolia.com

Berlin (red) - Der Strompreis ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt stabil geblieben: Eine Stromrechnung mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden beläuft sich aktuell auf knapp 84 Euro im Monat. Davon entfallen mehr als die Hälfte und damit rund 45 Euro auf staatliche Steuern, Abgaben und Umlagen. Diese machen insgesamt 54 Prozent am Strompreis für Haushalte aus (2015: 52 Prozent). Das zeigt die aktuelle Strompreisanalyse des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Staatliche Abgaben machen den größten Teil aus

Die staatlichen Belastungen beim Strompreis haben damit seit dem Jahr der Liberalisierung ein neues Rekordhoch erreicht. Die Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) ist dabei der größte Kostenblock. Gut 18,50 Euro (2015: 18,00 Euro) muss ein durchschnittlicher Haushalt in diesem Jahr monatlich für die Förderung der Erneuerbaren Energien aufbringen.

Rund 21 Prozent des Preises bestimmen die Energiefirmen

Während der Kostenblock der staatlichen Steuern und Abgaben weiter deutlich gewachsen ist, konnten die Unternehmen der Energiewirtschaft den Anstieg des Gesamtpreises teilweise kompensieren: Die Beschaffungskosten für die Vertriebe sind aufgrund niedrigerer Preise an den Strombörsen gesunken. Die Börsen-Preise allein bestimmen jedoch nicht den Endkunden-Strompreis. Der von den Vertriebsunternehmen selbst beeinflussbare Anteil am Strompreis (Strombeschaffung und Vertrieb) beträgt insgesamt rund 21 Prozent (2015: 24 Prozent).

Netzentgelte variieren nach Region

Der dritte wichtige Bestandteil des Strompreises für Haushalte sind die Netzentgelte. Diese liegen im Durchschnitt knapp fünf Prozent über dem Vorjahresniveau und damit aktuell bei einem Anteil von knapp 25 Prozent (2015: 24 Prozent). Grund für diese Steigerung ist der im Rahmen der Energiewende erforderliche Aus- und Umbau der Stromnetze. Je nach Region können die zu zahlenden Netzentgelte stark variieren.

Ob der eigene Stromanbieter zu den günstigeren zählt, kann unser Stromrechner unkompliziert ermitteln. Im besonderen lohnt sich der Vergleich bei einer Preiserhöhung, denn dann gilt für Verbraucher das Sonderkündigungsrecht, auch dann, wenn die Versorger die gestiegenen staatlichen Abgaben als Erhöhungsgrund nennen.
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