BDEW

Strompreis nach 15 Jahren erstmals gesunken

Der Strompreis ist zum ersten Mal seit 15 Jahren leicht zurückgegangen, so die Zahlen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft. Ein Drei-Personen-Haushalt zahlt rund einen Euro weniger pro Monat als im vergangenen Jahr. Staatliche Abgaben machen dabei über die Hälfte des Preises aus.

Stromkosten senken© Christian Jung / Fotolia.com

Berlin (red) - Erstmalig seit dem Jahr 2000 ist der durchschnittliche Strompreis für Haushalte leicht zurückgegangen: Ein Haushalt mit drei Personen und einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden zahlt rund 84 Euro (2014: 85) im Monat für Strom. Dabei liegt der Anteil von staatlichen Steuern und Abgaben beim Strompreis für Haushalte in diesem Jahr weiterhin bei 52 Prozent und damit bei knapp 44 Euro monatlich. Das zeigen erste Untersuchungsergebnisse des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), bei der die Veränderungen im Grundversorgungstarif und den gängigen Tarifprodukten für Haushaltskunden betrachtet wurden.

EEG-Umlage ist leicht gesunken

Insgesamt ist der Strompreis für Haushalte im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich etwa ein Prozent gesunken. Gründe dafür sind die durchschnittlich gesunkenen Beschaffungskosten der Vertriebe und geringfügig gesunkene staatliche Steuern und Abgaben. Dies basiert insbesondere auf der leicht gesunkenen Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) sowie der Offshore-Haftungsumlage, so der BDEW. Aktuell bringt ein durchschnittlicher Haushalt pro Monat rund 18 Euro für die Förderung der Erneuerbaren Energien auf.

Netzentgelte variieren nach Region

Der von den Vertriebsunternehmen selbst beeinflussbare Anteil am Strompreis (Strombeschaffung und Vertrieb) beträgt insgesamt nur noch rund 25 Prozent. Neben den Beschaffungskosten und den staatlichen Belastungen sind die Netzentgelte der dritte wichtige Bestandteil des Strompreises. Diese variieren je nach Region zum Teil stark und werden von den staatlichen Regulierungsbehörden insbesondere mit Blick auf Kosteneffizienz geprüft und genehmigt. In vielen Regionen sind die Netzentgelte aufgrund des erforderlichen Aus- und Umbaus von Verteil- und Übertragungsnetzen gestiegen und machen aktuell im Durchschnitt einen Anteil von etwa 23 Prozent am Strompreis aus.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsleitung

    Eingriffe in das Stromnetz verteuern Strompreis

    Eingriffe in das Stromnetz durch die Netzbetreiber werden immer häufiger notwendig. Das kommt auch dem Verbraucher teuer zu stehen, denn die sogenannten "Redispatchmaßnahmen" werden letztendlich über den Strompreis finanziert.

  • Stromvergleich

    Strompreise steigen vielfach zum Jahreswechsel

    Die Strompreise steigen zum neuen Jahr bei vielen Versorgern. Dem Portal Verivox zufolge haben gut 250 Stromanbieter angekündigt, die Preise zu erhöhen. Niedrigere Preise sind dagegen nur bei wenigen Anbietern zu erwarten.

  • Strompreis

    Bericht: Grundversorger-Preise sind zu hoch

    Die Stromtarife in der Grundversorgung sind vergleichsweise hoch, zeigt eine aktuelle Analyse zu den Strompreisen in Rheinland-Pfalz. Die Verbraucherzentrale hat die preisliche Entwicklung nachgezeichnet und schätzt, dass 35 Prozent der Haushalte zusammen mindestens zehn Millionen Euro zu viel im Jahr bezahlen.

  • Stromrechnung

    Ostdeutsche zahlen am meisten für Strom

    Wie hoch in Deutschland der Strompreis ist, hängt auch entscheidend von der Wohnregion ab. Der aktuelle Verivox-Verbraucherpreisindex zeigt, dass die Preise im Osten und in ländlichen Gegenden oft deutlich höher sind als im Westen und in der Stadt.

  • Solaranlage

    Solaranlage lohnt sich trotz gesunkener Förderung

    Die Photovoltaikvergütung ist seit Januar erneut gesunken und der Zubau neuer Anlagen ging im Vergleich zu den vergangenen Jahren stark zurück. Die Installation kann sich jedoch für Privatleute und Firmen noch immer lohnen: Vor allem der Eigenverbrauch ist laut Solar Cluster Baden-Württemberg Treiber der Rendite.

Top