Preiszusammensetzung

Strompreis: 52 Prozent sind Steuern und Abgaben

52 Prozent des gesamten Strompreises werden durch staatliche Steuern und Abgaben bestimmt, so der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Der Anteil am Preis, den die Stromlieferanten selbst bestimmten können, liegt bei etwa 25 Prozent.

Stromvergleich© svort / Fotolia.com

Berlin (red) - Der Strompreis ist 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent zurückgegangen: Ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden zahlt in Deutschland aktuell knapp 84 Euro (2014: rund 85) im Monat für Strom. Davon sind mehr als die Hälfte staatliche Steuern, Abgaben und Umlagen. Das zeigt eine Analyse des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Beschaffungskosten sind leicht gesunken

Zwar sind die Beschaffungskosten aufgrund niedrigerer Preise an den Strombörsen auch im vergangenen Jahr leicht gesunken. Die Börsen-Preise allein bestimmen jedoch nicht den Endkunden-Strompreis. Der von den Vertriebsunternehmen selbst beeinflussbare Anteil am Strompreis (Strombeschaffung und Vertrieb) beträgt insgesamt nur noch rund 25 Prozent.

Stromkunden zahlen deutlich mehr Steuern und Abgaben

Hinzu kommt der Anteil staatlicher Steuern und Abgaben: Dieser macht weiterhin 52 Prozent beim Strompreis für Haushaltskunden aus. Mussten die Stromkunden im Jahr der Liberalisierung noch 2,3 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben mit ihrer Stromrechnung bezahlen, liegt dieser Betrag derzeit bei 32,2 Milliarden Euro. Den größten Anteil bei den staatlichen Steuern und Abgaben hat mit 21,8 Milliarden Euro die Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage).

Netzentgelte variieren je nach Ort

Neben den Beschaffungskosten und den staatlichen Belastungen sind die Netzentgelte der dritte wichtige Bestandteil des Strompreises. Diese variieren je nach Region zum Teil stark. In vielen Regionen sind die Netzentgelte aufgrund des erforderlichen Aus- und Umbaus der Stromnetze im Rahmen der Energiewende gestiegen und machen aktuell im Durchschnitt einen Anteil von etwa 23 Prozent am Strompreis aus.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsleitung

    Eingriffe in das Stromnetz verteuern Strompreis

    Eingriffe in das Stromnetz durch die Netzbetreiber werden immer häufiger notwendig. Das kommt auch dem Verbraucher teuer zu stehen, denn die sogenannten "Redispatchmaßnahmen" werden letztendlich über den Strompreis finanziert.

  • Stromvergleich

    Strompreise steigen vielfach zum Jahreswechsel

    Die Strompreise steigen zum neuen Jahr bei vielen Versorgern. Dem Portal Verivox zufolge haben gut 250 Stromanbieter angekündigt, die Preise zu erhöhen. Niedrigere Preise sind dagegen nur bei wenigen Anbietern zu erwarten.

  • Energieerzeugung

    Ausstieg aus Kohle und Atom parallel möglich

    Parallel zum Atomausstieg könnte Deutschland bis 2040 auch aus der Kohlekraft aussteigen, so eine Studie im Auftrag der rheinland-pfälzischen Regierung. Nötig seien dafür aber neue Gaskraftwerke. Verbraucher müssten zudem mit einem leichten Anstieg der Strompreise rechnen.

  • Ökostrom

    Zu viel Sonne verteuert die Energiewende

    Die Stromversorgung ist in Polen wegen der Rekordhitze immer wieder gefährdet. Das sorgt dafür, dass hierzulande die Kosten für die Energiewende in die Höhe schnellen. Denn im Normalfall würde der durch Wind und Sonne erzeugte Überschuss an Strom an den östlichen Nachbarn abfließen. Dort sind aber die Leitungen verstopft.

  • Geldstapel

    Verbrauch von Erdgas und Strom gestiegen

    Erdgas- und Stromverbrauch sind in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft ist das hauptsächlich auf den gesteigerten Heizbedarf zurückzuführen. Verglichen mit den Temperaturen im Frühjahr 2014 war es in diesem Jahr deutlich kälter.

Top