Windkraft-Ausbau

Stromnetzbetreiber beklagen "Anfragen-Tsunami"

Die Betreiber der Strom-Übertragungsnetze fühlen sich nach eigenen Angaben durch die Umstellung auf erneuerbare Energien finanziell überfordert. Besonders das Anbinden der neuen Windparks vor den Küsten erfordere sehr hohe Investitionen. Vorschlag: Ein Gemeinschaftsunternehmen soll es richten.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - Das sagte Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung beim Netzbetreiber Tennet, dem "Handelsblatt" vom Dienstag. Es gebe einen "Tsunami" von Anfragen für Windkraft, die sein Unternehmen "unmöglich alle gleichzeitig abarbeiten" könne. Die Netzbetreiber sind allerdings gesetzlich dazu verpflichtet, neue Windparks an das Stromnetz anzuschließen.

Netzausbau könne nicht alleine gestemmt werden

Pro Anschluss seien aber Investitionen teils in dreistelliger Millionenhöhe notwendig. Tennet schlägt deshalb nach Angaben Hartmans vor, eine unternehmensübergreifende Gesellschaft für die Anbindung der sogenannten Offshore-Energie zu gründen. Entsprechende Vorschläge habe das Unternehmen den Bundesministerien für Wirtschaft und Umwelt vorgelegt. Das neue Gemeinschaftsunternehmen könnte nach Vorstellung von Tennet dann zudem ein neues Fernübertragungsnetz bauen, das Windkraft vom Norden zu den großen Verbrauchern in den Industrieregionen im Westen und Süden bringen könnte.

Quelle: AFP

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strommast

    Amprion: Stromnetz stößt an seine Belastungsgrenze

    Das Übertragungsnetz für Strom steht immer wieder vor hohen Belastungen. Um eine Überlastung und im schlimmsten Fall den Blackout zu verhindern, musste Netzbetreiber Amprion im vergangenen Winter so viel Geld investieren wie nie zuvor.

  • Elektrizität

    Fehlende Netze: Reservekraftwerke kosten Millionen

    Reservekraftwerke kosteten Verbraucher 2015 nach vorläufigen Zahlen 170 Millionen Euro und der Bedarf soll im nächsten Winter noch steigen. Die Stromreserve ist laut Bundesnetzagentur noch solange notwendig, bis die Stromnetzte für den Transport von Ökostrom ausreichend ausgebaut sind.

  • Hochspannungsmasten

    Siemens baut neuartiges Meereskabel für Ökostrom

    Der deutsche Technologiekonzern Siemens und der italienische Kabelhersteller Prysmian bauen gemeinsam eine wichtige neue Meeresstromleitung in Großbritannien. Nach Angaben der Unternehmen handele es sich um einen technischen Meilenstein, der strategische Bedeutung für die Umstellung auf Ökostrom habe.

  • Strompreise

    Strompreise könnten stärker steigen als geplant

    Die Förderung von Ökoenergie könnte Strom für Verbraucher nach Einschätzung der Bundesnetzagentur teurer machen als von der Bundesregierung beabsichtigt. Bleibe die Förderung wie bisher gestaltet, "boomt der Bau neuer Anlagen" weiter, sagte Netzagentur-Präsident Matthias Kurth der "Passauer Neuen Presse" (Dienstagsausgabe).

  • Stromnetz Ausbau

    Kühler Sommer und milder Winter dämpfen den Stromverbrauch

    Der Stromverbrauch in Deutschland ist im vergangenen Jahr nahezu stabil geblieben, während die Stromerzeugung leicht gesunken ist. Das geht aus ersten Schätzungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor, die der Verband am Mittwoch in Berlin vorlegte.

Top