Wettbewerb

Stromkunden sollen auch ausländische Anbieter wählen dürfen

Brüssel hat den Druck zur Verwirklichung des Binnenmarktes für Gas und Strom erhöht und ein Verfahren gegen acht Länder eingeleitet. Mit den neuen Regeln soll der Wettbewerb weiter angekurbelt werden. Europäern soll es künftig möglich sein, sich auch für einen Stromanbieter aus einem anderen Land zu entscheiden.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Brüssel (AFP/red) - Die EU-Kommission leitete die zweite Stufe von Vertragsverletzungsverfahren gegen acht Mitgliedsländer ein, um sie zur vollständigen Umsetzung der neuen Regeln im Energiesektor zu zwingen, wie die Behörde am Montag in Brüssel bekannt gab. Betroffen sind Spanien, die Niederlande, Luxemburg, Bulgarien, Rumänien, die Slowakei, Zypern und Estland. Die Regeln hätten am 3. März 2011 umgesetzt sein müssen. Kommen die Staaten der Mahnung nicht nach, droht eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.

Stromanbieter aus dem Ausland wählen

Der europäische Markt für Strom und Gas hinkt anderen Branchen hinterher. Ziel ist, dass Gas und Strom wie andere Waren europaweit gehandelt werden und der Kunde in Deutschland zum Beispiel zwischen einem heimischen Stromanbieter und der Konkurrenz aus Spanien wählen kann. Das Gesetzespaket, um das es in den Verfahren gegen die acht Länder geht, soll dies beschleunigen. Es sieht etwa vor, dass Energieanbieter, die eigene Gaspipelines und Stromtrassen haben, diese nicht mehr voll kontrollieren. So sollen auch andere Energieproduzenten Zugang zu diesen Leitungen bekommen und die Konkurrenz verschärfen.

Quelle: AFP

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