Verivox

Stromkosten steigen schneller als der Verdienst

Die Stromkosten sind rückblickend nicht nur erheblich gestiegen. Gleichzeitig sind die Gehälter nur um 20 Prozent gewachsen. Den Zahlen von Verivox zufolge heißt das, dass der Strompreis in zehn Jahren um 60 Prozent teurer wurde, während die Nominallöhne bei einer Erhöhung um 20 Prozent stecken blieben.

Rechnung© Martin Saure / Fotolia.com

Heidelberg (red) - Nach Berechnungen des unabhängigen Verbraucherportals Verivox musste ein deutscher Arbeitnehmer 2014 durchschnittlich 70 Stunden arbeiten, um die jährlichen Stromkosten eines Vierpersonenhaushalts zu begleichen. Das sind 17 Stunden oder rund ein Drittel mehr als noch vor zehn Jahren.

Stromkosten stiegen in zehn Jahren um über 400 Euro

"Während viele Güter des täglichen Bedarfs gemessen an der Kaufkraft immer günstiger geworden sind, reichen die Einkommenszuwächse eines Durchschnittsverdieners nicht aus, um den Strompreisanstieg der letzten Jahre auszugleichen", sagt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox. Während die Nominallöhne um 20 Prozent wuchsen, verteuerte sich Strom im vergangenen Jahrzehnt um 60 Prozent, so das Verbraucherportal.

Ein Vierpersonenhaushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden zahlte 2004 durchschnittlich 712 Euro für Strom. 2014 waren es bereits 1.135 Euro und damit 423 Euro mehr. Im gleichen Zeitraum ist der durchschnittliche Nettostundenlohn nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes von 13,44 Euro auf 16,12 Euro gestiegen.

LCD-Fernseher ist schneller bezahlt als der Strom

Kurios wird es, wenn man die Kosten für Strom mit den Kosten für bestimmte Güter vergleicht. 2014 etwa hätte ein Arbeitnehmer für die Neuanschaffung eines LCD-Fernsehers durchschnittlich 34 Stunden arbeiten müssen. Das sei nur etwa halb so lange wie die Zeit, die man für die jährliche Stromrechnung am Arbeitsplatz tätig sein müsste.

Kunden der Grundversorgung sparen am meisten

Wer seinen Stromversorger noch nie gewechselt hat, kann sich die Mehrarbeit für die Stromrechnung jedoch nahezu ersparen. Ein Vierpersonenhaushalt, der aus der Grundversorgung zum günstigsten verfügbaren Angebot (ohne Vorauskasse) wechselt, kann seine jährliche Stromrechnung innerhalb weniger Minuten um rund 350 Euro senken.

"Dass Strom heute so kostspielig ist, ist auch den staatlichen Steuern, Abgaben und Umlagen geschuldet. Ihr Anteil am Strompreis ist in nur zehn Jahren von 39 auf 53 Prozent gestiegen", erklärt Jan Lengerke.

Mit unserem Stromrechner kann man sein persönliches Sparpotenzial schnell und kostenlos prüfen. Dafür sind lediglich die Eingabe der Postleitzahl und des ungefähren Jahresverbrauchs nötig.

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