Verdacht

Stromkonzerne sollen Kartellamt falsche Daten geliefert haben

Die großen Stromkonzerne sollen dem Bundeskartellamt nach "Spiegel"-Informationen "massiv falsche Informationen" geliefert und damit mögliche Sanktionen verhindert haben. Eigentlich hatte das Kartellamt versucht nachzuweisen, dass die Konzerne bewusst Kapazitäten zurückgehalten hatten.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (dapd/red) - Den schwerwiegenden Verdacht auf bewusste Desinformation äußerte die auf Energierecht spezialisierte Anwaltskanzlei Becker Büttner Held in einem Gutachten zur sogenannten Sektorenuntersuchung des Bundeskartellamts, berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin am Sonntag vorab.

Vier Stromanbieter beherrschen einen Markt

Mit der Untersuchung wollte das Kartellamt nachweisen, dass die Energieversorger in der Vergangenheit bewusst Kraftwerkskapazitäten zurückhielten, um den Strompreis zu manipulieren. Das sei aber trotz "erheblicher Zweifel" nicht gelungen.

Kanzlei meldete Zweifel an

Dem Gutachten zufolge lieferten E.on, RWE, EnBW und Vattenfall der Behörde falsche Daten und Begründungen über Kapazitäten, die das Kartellamt nicht nachprüfte. Aus der Sektoruntersuchung hatte das Kartellamt keinen Missbrauchsvorwurf gegen die marktbeherrschenden Gas- und Stromanbieter abgeleitet. Ein Ergebnis, gegen das die Kanzlei Zweifel anmeldete.

Das könnte Sie auch interessieren
  • EnBW

    EnBW: Strompreise bleiben konstant

    Die Strompreise könnten wegen der teureren EEG-Umlage im kommenden Jahr bei einigen Stromanbietern angehoben werden. Abhängig ist das von dem jeweiligen Versorger. Stromanbieter EnBW hat angekündigt, die Preise konstant halten zu wollen.

  • Stromrechnung

    Talfahrt bei RWE und Eon: Gibt es noch Lichtblicke?

    Die beiden Stromriesen RWE und Eon stecken in der Klemme. Beim Umstieg auf erneuerbare Energien hinken beide Firmen hinterher. Werden das bald die Stromkunden mit steigenden Preisen ausbaden müssen?

  • Strompreise

    Auch E.on will offenbar gegen den Atomausstieg klagen

    Der Energiekonzern E.on will nach einem Zeitungsbericht noch in diesem Jahr Klage gegen den Atomausstieg beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe einreichen. Die Klageschrift für die Verfassungsbeschwerde sei fast fertiggestellt, berichtete die "Financial Times Deutschland" (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf Branchenkreise.

  • Stromtarife

    Versorger erhalten Millionensummen aus der Atomsteuer zurück

    Die finanziell belasteten Energiekonzerne E.on und RWE haben offenbar hohe Summen aus der Brennelementesteuer zurückbekommen. Aus dem Umfeld von E.on hieß es, 96 Millionen Euro seien auf das Konto des Konzerns eingegangen. Doch ein Ende des Disputs ist damit noch nicht in Sicht.

  • Hochspannungsleitung

    Die großen Stromkonzerne liefern nur 0,5 Prozent Ökostrom

    Derzeit deckten Eon, RWE, Vattenfall und EnBW zwar 68 Prozent des erzeugten Stroms, lieferten aber nur 0,5 Prozent des Stroms aus Wind- und Sonnenkraft, teilte Greenpeace am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung einer Studie zum Ökostrom-Engagement der vier Unternehmen mit.

Top