Wegen Atomprotesten

Stromkonzern EDF soll Greenspeace ausspioniert haben

Zwei Sicherheitsbeauftragte des französischen Energiekonzerns EDF stehen im Verdacht, die für einen Atomausstieg werbende Umweltschutzorganisation Greenpeace bespitzelt zu haben. Gegen die Männer werde wegen Datenspionage ermittelt, hieß es am Dienstag in französischen Justizkreisen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Ein Ermittlungsverfahren laufe auch gegen einen Informatiker, der unbefugt in ein Computersystem eingedrungen sein soll, sowie gegen zwei "Mittelsmänner", unter ihnen der Chef einer Überwachungsfirma. Während die beiden EDF-Manager die Vorwürfe zurückwiesen, habe der Informatiker gestanden. Laut EDF wurden in dem Fall unlängst Büroräume des Konzerns durchsucht.

"Dass wir wie Terroristen behandelt werden, weil wir es wagen, das französische Energiemodell in Frage zu stellen, zeigt deutlich, wie schlecht die Atomindustrie Transparenz und eine demokratische Diskussion verträgt", erklärte der Leiter von Greenpeace Frankreich, Pascal Husting. Die Umweltschutzorganisation macht unter anderem seit Jahren gegen den neuen Druckwasserreaktor vom Typ EPR mobil, den Frankreich derzeit in Flamanville am Ärmelkanal baut.

Greenpeace kündigte an, in der Angelegenheit als Nebenkläger auftreten zu wollen. EDF bestätigte ein Ermittlungsverfahren wegen "betrügerischen Eindringens in ein Informationssystem", betonte aber, dass der Konzern damit selbst zum Opfer der Überwachungsfirma Kargus geworden sei.

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