Bilanz

Stromfluss in Europa: Deutschland mit Exportüberschuss

44,2 Milliarden Kilowattstunden Strom hat Deutschland im vergangenen Jahr importiert, die Exporte betrugen 51,5 Milliarden Kilowattstunden. Gut ein Drittel der deutschen Stromeinfuhren kamen 2004 aus Frankreich. Von den deutschen Exporten gingen 2004 knapp 34 Prozent in die Niederlande.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Deutschland bleibt wichtigstes Transit-Land und Drehscheibe im europäischen Strommarkt: Die Importe betrugen 2004 insgesamt 44,2 Milliarden Kilowattstunden, die Exporte 51,5 Milliarden Kilowattstunden. Damit weist die Bilanz 2004 einen Exportüberschuss von 7,3 Milliarden Kilowattstunden aus, gab der Verband der Netzbetreiber (VDN) bekannt. Der Saldo mache etwa ein Prozent der deutschen Stromerzeugung aus und liege damit innerhalb der üblichen Schwankungsbreite. Im langjährigen Mittel halten sich Stromexporte und -importe in etwa die Waage, so der VDN weiter.

Gut ein Drittel (15,5 Milliarden Kilowattstunden) der deutschen Stromeinfuhren kamen 2004 aus Frankreich. 2003 waren es noch 20,2 Milliarden Kilowattstunden gewesen. Aber trotz des Rückgangs blieb Frankreich größter Stromexporteur. Ein großer Anteil dieses Stromflusses beinhalteten allerdings Transite in andere Länder. An zweiter Stelle folgten die Lieferungen aus Osteuropa: Über die tschechische Grenze flossen 13,1 (2003: 12,8) Milliarden Kilowattstunden nach Deutschland, ermittelte der VDN. Dahinter folgte Dänemark mit 5,3 (2003: 4,0) Milliarden Kilowattstunden.

Von den deutschen Exporten gingen 2004 knapp 34 Prozent oder 17,3 (2003: 15,0) Milliarden Kilowattstunden in die Niederlande. In die Schweiz wurden 11,8 (2003: 13,3) und nach Österreich 8,9 (9,9) Milliarden Kilowattstunden Strom aus Deutschland geliefert. In den schwedischen Wasserkraftwerken wurde nach dem trockenen Sommer 2003 wieder mehr Strom erzeugt. Daher waren die deutschen Importe aus Schweden mit 1,3 (2003: 0,6) Milliarden Kilowattstunden mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. Die Exporte nach Schweden gingen dagegen mit 1,5 (2,2) Milliarden Kilowattstunden um ein Drittel zurück.

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