Bürokratie und hohe Kosten

Strombranche fordert sicheren Rechtsrahmen für Investitionen

Der Verband der bayrischen Elektrizitätswirtschaft (VBEW) warnt vor Risiken durch das neue Energiewirtschaftsgesetz und das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz. Sollten beide in die Realität umgesetzt werden, drohten steigende Bürokratie und hohe Kosten, zudem leide die Versorgungssicherheit.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

München (red) - "Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und Erneuerbares-Energien-Gesetz (EEG) führen zu steigender Bürokratie und treiben die Kosten in die Höhe, wenn die beiden Entwürfe Gesetz werden. Außerdem bergen beide Gesetzesvorlagen Risiken für die Versorgungssicherheit", warnt jetzt der Verband der bayerischen Elektrizitätswirtschaft (VBEW).

Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien entstünden zusätzliche Kosten für den Ausbau der Netze und der Anschlussanlagen, aber auch für Regelleistung und Reserveenergie, argumentiert der Verband. "Diese Kosten werden von der Politik bislang ignoriert und von den Netzbetreibern beziehungsweise in letzter Konsequenz von den Stromverbrauchern getragen." Der Verband verzeichnet in Bayern seit Jahresbeginn eine starke Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen vor allem im ländlichen Raum. Um den Strom aufnehmen zu können, müssten die Netze ausgebaut werden. Dies erfordere Investitionen in Millionenhöhe.

Netz- und Kraftwerksbetreiber müssten auch investieren, um die bislang hohe Versorgungssicherheit zu erhalten. Um die erforderlichen Investitionen in die Netzinfrastruktur zu gewährleisten, fordert der VBEW Netzentgelte, die Nettosubstanzerhaltung und eine kapitalmarktorientierte Eigenkapitalverzinsung sicherstellen. "Wenn EnWG und Regulierer dies nicht gewährleisten, wird die Netzinfrastruktur leiden." Die Regulierung müsse daher auf die Netze beschränkt bleiben, außerdem dürfe es kein Nebeneinander von Regulierung, Kartell- und Preisaufsicht geben.

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