Letzte Chance für mehr Wettbewerb

Stromanbieter Watt kritisiert unzureichenden Start der Regulierungsbehörde

Morgen startet innerhalb der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) offiziell auch die Kontrollinstanz für den deutschen Strommarkt. Da mit dem noch nicht verabschiedeten, novellierten EnWG aber noch die Grundlage fehlt, werden die Wettbewerbshüter noch nicht ihre reguläre Arbeit aufnehmen können.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Frankfurt am Main (red) - Die Geschäftsführung des Stromanbieters Watt Deutschland GmbH (Frankfurt am Main) fordert den baldigen Start der Regulierungsbehörde für Strom und Gas. Watt-Geschäftsführer Helmut Oehler: "Die Regulierungsbehörde ist die vielleicht letzte Chance für mehr Wettbewerb auf dem deutschen Energiemarkt. Umso bedauerlicher ist es, dass sie nicht wie vorgesehen am 1. Juli 2004 ihre reguläre Arbeit aufnimmt."

Oehler bemängelt dabei insbesondere das Fehlen standardisierter Verträge für die Netznutzung. Auch die konsequente Umsetzung und Kontrolle des Unbundings vermisst er, ebenso wie einheitliche Regelungen für das Massenkundengeschäft, die automatisierte Prozesse ermöglichen - wie etwa zum elektronischen Datenaustausch - und verbindlich von allen Marktteilnehmern umgesetzt werden.

"Nur klare und faire Spielregeln können den Wettbewerb beleben und ihm neue Impulse verleihen. Doch mit dem verspäteten Inkrafttreten des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG-Novelle) und der zugehörigen Verordnungen, die wesentliche Grundlagen für die Arbeit der Regulierungsbehörde darstellen, verzögert sich der Durchbruch beim Wettbewerb erneut", verdeutlicht Oehler seine Enttäuschung.

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