Ziel verfehlt

Stromanbieter fordern Ende der Sommerzeit

Die Energiebranche sieht laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) das einstige Ziel, mit der Einführung der Sommerzeit Strom zu sparen, verfehlt. Seit Jahren könne die Energiewirtschaft kaum eine Sparwirkung durch den Dreh am Zeiger erkennen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Das sagte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Hildegard Müller. Zwar würde an hellen Sommerabenden weniger Strom für Licht, dafür aber mehr für die Freizeitgestaltung wie zum Beispiel erhöhten Fernsehkonsum benötigt.

Geringer Spareffekt

Dadurch könne sogar insgesamt mehr Energie verbraucht werden, da der Anteil des Lichts am Stromverbrauch der rund 40 Millionen deutschen Haushalte durchschnittlich nur rund acht Prozent ausmache. Durch den flächendeckenden Einsatz von Energiesparlampen sinkt laut BDEW der ohnehin geringe Lichtspareffekt weiter. Ein Sprecher des Stromanbieters EnBW betonte, dass intelligente Zähler und ein stärkeres Bewusstsein der Verbraucher bei ihrem Stromverbrauch bisher mehr Effekt gebracht hätten als die Sommerzeit.

Die Winterzeit gibt es offiziell gar nicht

In der Bundesrepublik wurde die Sommerzeit 1980 eingeführt, bis 1995 endete sie Ende September, seit 1996 dauert sie wie in den anderen EU-Ländern jeweils vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im Oktober. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Mitteleuropäische Zeit (MEZ), die umgangssprachlich auch Winterzeit genannt wird.

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