24.08.2012 | © Tarife.de

Studie

Verbraucher zahlen offenbar drei Milliarden Euro zu viel für Strom

Die Energiekonzerne kassieren in diesem Jahr offenbar beim Strompreis bis zu drei Milliarden Euro zu viel von den Verbrauchern. Wie die "Saarbrücker Zeitung" (Freitagsausgabe) berichtet, geht dies aus einer neuen Strompreis-Studie der Grünen-Bundestagsfraktion hervor.

Geld Die Schere zwischen den Preisen für End- und für Großkunden geht offenbar immer weiter auseinander. (Foto / Abb.: gourmecana / Fotolia.com) Saarbrücken/Berlin (AFP/red) - Demnach sind die Preise im Stromeinkauf im vergangenen Jahr um bis zu einem Fünftel gefallen. "Aktuell müsste der Strompreis zwei Cent die Kilowattstunde niedriger liegen, wenn die Versorger die gesunkenen Einkaufspreise der Vergangenheit entsprechend weitergereicht hätten", heißt es in der Expertise des Leverkusener Energieexperten Gunnar Harms. Da dies aber nicht geschehen sei, bezahlten die privaten Haushalte "circa drei Milliarden Euro" zu viel für Strom. Harms sagte der Zeitung, er habe seiner Berechnung den privaten Jahresverbrauch in Deutschland von 140 Milliarden Kilowattstunden zugrunde gelegt.

Kunden sollten den Stromanbieter wechseln

Die Analyse kommt auch zu dem Ergebnis, dass die Preise für Industrie- und Gewerbekunden um drei Prozent gesunken sind, "während private Endkunden seit 2008 rund 20 Prozent mehr für den Strom bezahlen müssen". Der Verbraucher würde von den Konzernen ausgenutzt, "um höhere Gewinne zu realisieren". Nach Ansicht der Vize-Fraktionschefin der Grünen, Bärbel Höhn, ist allerdings auch die Bundesregierung für den "unaufhaltsamen Anstieg" der Preise verantwortlich. Sie lade die Kosten der Energiewende bei den Verbrauchern ab, "indem sie die Unternehmen breit entlastet", sagte Höhn der Zeitung. Der grüne Energieexperte Oliver Krischer forderte die Kunden zum Anbieterwechsel auf.

Diesen Artikel empfehlen:

Das könnte Sie auch interessieren

Erhöhung der Strompreise nicht auszuschließen Geld Auf niedrigere Strompreise haben wohl einige gehofft, die von der sinkenden Ökostrom-Umlage erfahren haben. Doch trotzdem werden wohl zum kommenden Jahr Preiserhöhungen in die Briefkästen flattern. Die Netznutzungsgebühren steigen teilweise deutlich, wie eine Auswertung von Verivox zeigt. weiter...
Ökostrom-Umlage sinkt 2015 erstmals Erneuerbare Energien Die Ökostrom-Umlage sinkt im kommenden Jahr erstmals, wenn auch nur leicht von 6,24 auf 6,17 Cent je Kilowattstunde. Nach Jahren stetiger Anstiege könnte nun immerhin etwas Entspannung bei den Strompreisen eintreten. Größere Senkungen der Strompreise sind jedoch nicht zu erwarten. weiter...
EnBW erhöht Preise für Leitungsnutzung EnBW Deutschlands drittgrößter Energieversorger EnBW erhöht die Preise für die Benutzung seiner Stromleitungen. Die sogenannten Netznutzungsentgelte steigen vom Januar kommenden Jahres an für Haushaltskunden um rund 15 Prozent - von derzeit 5,58 auf 6,41 Cent je Kilowattstunde. weiter...
Studie: Im Süden drohen höhere Strompreise Strommast Die Strompreise könnten sich bundesweit höchst unterschiedlich entwickeln, zeigt eine Studie im Auftrag der EU-Kommission. Wenn der deutsche Elektrizitätsmarkt in zwei Preiszonen eingeteilt werden würde, hätte das zur Folge, dass die Preise in Bayern und in Baden-Württemberg teurer wären als in den anderen Bundesländern. weiter...
Stromanbieter: Preisgarantie im Fokus der Verbraucher verivox; Wie häufig die Deutschen ihren Stromanbieter wechseln, überprüft Verivox zweimal jährlich. Dabei fand das Verbraucherportal heraus, dass die Wechselbereitschaft im Vergleich zum vergangenen Sommer gestiegen ist. Besonderen Wert legen Verbraucher auf Sofortboni und Preisgarantien. weiter...
Alle Tarif- und Preisangaben brutto. Trotz sorgfältiger Erstellung wird für die Richtigkeit keine Haftung übernommen. Beachten Sie Preise und AGB der Anbieter. Alle Angaben ohne Gewähr.