Jänschwalde
Vattenfall gibt umstrittenen CO2-Speichertest auf
Der schwedische Energieriese gibt seine milliardenschweren Pläne für ein Demonstrations-Kraftwerk für die umstrittene Kohlenstoffdioxid-Speicherung auf. Die Pläne für das Projekt im brandenburgischen Jänschwalde werden nun doch nicht umgesetzt, wie Vattenfall am Montag in Cottbus mitteilte.
Cottbus (AFP/red) - Bei der CCS-Technologie (Carbon Capture and
Storage) wird das klimaschädliche CO2 aus Abgasen von Industrieanlagen und Kohlekraftwerken abgetrennt und unterirdisch gespeichert, um es von der Atmosphäre fernzuhalten.
Vattenfall betreibt bereits eine kleine Pilotanlage in Brandenburg und wollte die Technik nun in Jänschwalde nach eigenen Angaben "in nennenswerter Kraftwerksgröße" testen. Geplant waren Investitionen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Das Aus für das Projekt begründete Vattenfall mit der "fortwährenden Hängepartie um das deutsche CCS-Gesetz".
Vattenfall-Chef sieht mangelnden politischen Willen
Eine Regelung zu der Technologie war schon in einem ersten Anlauf 2009 gescheitert. Derzeit berät der Vermittlungsausschuss über ein CCS-Gesetz, das der Bundestag im Herbst beschlossen hatte. Niedersachsen und Schleswig-Holstein hatten im Bundesrat in den CCS-Gesetzentwurf als Bedingung für ihre Zustimmung eine Vetoklausel schreiben lassen, wonach Länder die CO2-Speicherung auf ihrem Gebiet verhindern können. Brandenburg, das zu den CCS-Befürwortern gehört, lehnte das Gesetz wegen der Vetoklausel aber ab.
Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka kritisierte, es gebe derzeit in der deutschen Politik "keinen hinreichenden Willen", europäische Vorgaben zu CCS in einer Weise umzusetzen, "dass ein CCS-Demonstrationsprojekt in Deutschland möglich würde". Der Konzern halte an CCS aber trotzdem fest, denn es sei "eine der entscheidenden Technologien zum globalen Klimaschutz". Kritiker hingegen halten die Technik für zu teuer und nicht ausreichend sicher.
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