19.10.2011 | © Tarife.de

Stromverbrauch

Strompreise steigen wahrscheinlich um vier Prozent

Auch für das kommenden Jahr müssen Verbraucher sehr wahrscheinlich mit einer Erhöhung der Energiekosten rechnen. Schon zum Jahreswechsel werden die Strompreise vermutlich um vier Prozent steigen. Ein Haushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch von ungefähr 4.000 kWh muss dadurch rund 35 Euro mehr zahlen als bisher.

Strompreise

Heidelberg (red) - Auch in diesem Jahr fallen Prognosen zur Entwicklung der Strompreise für 2012 zu Lasten der Verbraucher aus. Um 4 Prozent werden die Stromkosten wahrscheinlich steigen, das hat das unabhängige Verbraucherportal Verivox ermittelt. Durch diese Preiserhöhungen muss ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh künftig rund 35 Euro brutto mehr für Strom bezahlen.

EEG Umlage steigt zum kommenden Jahr an

Die Übertragungsnetzbetreiber haben bekannt gegeben, dass die EEG-Umlage von 3,53 Cent/kWh im Jahr 2011 auf 3,592 Cent/kWh im Jahr 2012 steigt. Der Verivox-Verbraucherpreisindex Strom liegt im November 2011 für einen Verbrauch von 4.000 kWh bei einem Bruttopreis von 974 Euro. Durch die erhöhte EEG-Umlage und die Doppelbesteuerung (Mehrwertsteuer) steigt dieser Durchschnittspreis auf 977 Euro, was einer jährlichen Mehrbelastung von 3 Euro entspricht.

Höhere Preise im Strom-Großhandel

Um die Entwicklung der Großhandelspreise für Strom zu ermitteln, wurde der volumengewichtete Jahresdurchschnitt aller für 2011 und 2012 gehandelten Terminkontrakte an der Strombörse EEX in Leipzig verglichen. Im Ergebnis haben sich die Strompreise für das Jahr 2012 um rund 3 Euro pro Megawattstunde erhöht. Für die Endverbraucherpreise bedeutet dies bei einer direkten Weitergabe eine Preissteigerung von 1,5 Prozent oder 15 Euro pro Jahr. Ein weiterer Preisfaktor sind die Netznutzungsentgelte, deren Entwicklung derzeit noch nicht abschließend abgeschätzt werden kann. Die Netzbetreiber sind zwar dazu angehalten, die Entgelte für das Jahr 2012 bereits jetzt zu veröffentlichen, in vielen Fällen handelt es sich jedoch um vorläufige Werte, die sich zum Jahreswechsel noch einmal ändern können.

Höhe der Netznutzungsentgelte noch nicht sicher

Die 11 größten Netzbetreiber haben derzeit Erhöhungen der Netznutzungsentgelte von durchschnittlich 6,5 Prozent angekündigt. Wird dieser Trend auch von den anderen Netzbetreibern aufgenommen, erhöht sich der Endpreis für die Verbraucher um weitere 2 Prozent, was einer jährlichen Mehrbelastung von rund 17 Euro entspricht. "Die Entwicklung der EEG-Umlage, der Großhandelspreise und der Netznutzungsentgelte deutet darauf hin, dass viele Verbraucher zum Jahreswechsel mit Preiserhöhungen rechnen müssen", sagt Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.

"Wie hoch diese genau ausfallen werden, lässt sich aufgrund der noch unklaren Lage bei den Netzentgelten und der individuellen Preispolitik der einzelnen Versorger noch nicht abschätzen. Im Durchschnitt rechnen wir jedoch mit einer Steigerung von rund 4 Prozent. Die Strompreise für private Verbraucher in Deutschland steigen damit im zwölften Jahr in Folge", so Reese.

Diesen Artikel empfehlen:

Das könnte Sie auch interessieren

Energieanbieter holen Preiserhöhungen nach Steckdose Wer sich zum Jahreswechsel über gleichbleibende Strompreise gefreut hat, muss dafür eventuell in den kommenden Wochen mit einer Preiserhöhung rechnen. Fast 30 Stromanbieter haben angekündigt, ihre Preise im Februar und März nach oben zu korrigieren. weiter...
Verbraucherschützer: Netzentgelte müssen transparenter werden Strommast Die Netzentgelte kosten Stromkunden rund 240 Euro im Jahr. Experten zufolge könnte der Betrag um etwa ein Zehntel geringer ausfallen. Das Problem: Die Zusammensetzung der Netzkosten ist intransparent, nur die Regulierungsbehörden wissen darüber Bescheid, wie genau die Netzbetreiber rechnen. weiter...
Strompreis: Neuer Rekord bei Steuern und Abgaben Steckdose Der Strompreis steigt für die meisten Haushalte 2016 erst mal nicht. Zwar sind die staatlichen Abgaben im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und sind damit auf einen neuen Rekordwert geklettert. Allerdings sparen die Energieversorger dafür beim Einkauf. weiter...
Heizstrom ist um bis zu 10 Prozent günstiger geworden Lange waren Heizstrom-Kunden an den Grundversorger gefesselt. 2010 hat sich das geändert und seitdem kommt Bewegung auf den Markt. Die Zahl der Anbieter für spezielle Heizstrom- und Wärmepumpentarife hat sich verdoppelt und das nutzen Verbraucher zunehmend aus. weiter...
Niedrige Energiekosten entlasten Verbraucher Geld Der Ölpreis ist erneut gesunken und das macht sich besonders beim Heizöl und auch an den Tankstellen bemerkbar. Aber auch Gas ist günstiger geworden und zum ersten Mal in diesem Jahrtausend ist auch der Strompreis nicht weiter gestiegen. weiter...
Alle Tarif- und Preisangaben brutto. Trotz sorgfältiger Erstellung wird für die Richtigkeit keine Haftung übernommen. Beachten Sie Preise und AGB der Anbieter. Alle Angaben ohne Gewähr.