"Taschenspielertricks"
Netzbetreiber rechnen offenbar Kohlestrom künstlich hoch
Die Umweltschutz-Organisation BUND hat den Betreibern der deutschen Stromnetze vorgeworfen, beim Netzausbau mit zu viel Kohlestrom zu rechnen. Die beim so genannten Netzausbau-Plan eingerechneten Mengen Kohlestrom lägen deutlich über den Annahmen der Bundesregierung.
Berlin (AFP/dapd/red) - So zitierte die "Berliner Zeitung" vom Freitag aus einer Analyse des BUND. Der Unterschied entspreche demnach der Produktion von 30 Kohlekraftwerken und bedeute einen Mehrausstoß von 90 Millionen Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2).
Der Verband wirft den Betreibern "Taschenspielertricks" beim Ende Mai präsentierten Netzentwicklungsplan vor, wie die "Frankfurter Rundschau" am Freitag berichtet.
Energiewende solle unterlaufen werden
Die Netzbetreiber versuchten auf diese Weise, die Energiewende zu unterlaufen, kritisierte der BUND. "Das wäre Gift für die Energiewende", sagte der Chef der Organisation, Hubert Weiger, der "Berliner Zeitung". Ein Sprecher des Netzbetreibers Tennet wies die Vorwürfe zurück: Es gebe ein hohes Potenzial für den Export deutschen Stroms. Daher seien die Annahmen wirtschaftlich realistisch.
BUND spricht von "Taschenspielertricks"
Laut BUND versuchen die Netzbetreiber damit, eine Vorgabe der Bundesnetzagentur zu unterwandern. Diese dringt darauf, die Zahl der Kohlekraftwerke, die für 2022 berücksichtigt werden, zu reduzieren. Um dennoch möglichst viel Kohlestrom in die Netze hineinzurechnen, hätten die Netzbetreiber die Auslastung der Kraftwerke zu hoch angesetzt, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger der "Frankfurter Rundschau".
Das könnte Sie auch interessieren
Merkel will Energiewende reformieren
Es soll eines der ersten Projekte nach der Wahl werden: Die Reform der Energiewende. Die Kanzlerin will ein Ende des Schubladendenkens, eine Reform aus einem Guss. De facto bedeuten Merkels Pläne aber wohl einen gebremsten Ökostrom-Ausbau - weil der Netzausbau nicht hinterherkommt.
weiter...
Sozialer Ausgleich bei Gebäudesanierungen gefordert
Der Deutsche Mieterbund hat einem umfassenden Forderungskatalog an die Politik aufgestellt. Kritisiert werden etwa die als einseitig empfundenen Kostenbelastungen im Zuge der Energiewende. Außerdem warnte der Verband vor einer dramatischen Wohnungsnot in Deutschland.
weiter...
Verbände fordern "Energie-Soli" statt EEG-Umlage
Ein breites Bündnis aus der Wirtschaft will die Energiewende einem Bericht zufolge über einen "Energie-Soli" statt über die Ökostrom-Umlage finanzieren. Demnach solle die Finanzierung komplett neu ausgerichtet werden, um die Energiewende auf tragfähige Füße zu stellen.
weiter...
Deutschland bleibt Strom-Exporteur - mit Abstand
Im Jahr 2012 war Deutschland wie schon in den sechs vorangegangenen Jahren per Saldo ein Stromexportland - die wichtigsten Abnehmer sind die Niederlande, Österreich und die Schweiz. Interessant: Im Vergleich zum Jahr 2011, als nach Fukushima acht Atommeiler vom Netz gingen, vervierfachte sich der Ausfuhrüberschuss nahezu.
weiter...
Regierung brechen Einnahmen für die Energiewende weg
Zur Finanzierung der Energiewende brechen der Bundesregierung die Einnahmen weg. Der staatliche Energie- und Klimafonds, aus dem wichtige Projekte der Energiewende finanziert werden sollen, verzeichnet offenbar momentan einen Fehlbetrag von rund 30 Millionen Euro pro Woche.
weiter...





