Netzentwicklungsplan
Bürger können beim Ausbau des Stromnetzes mitreden
Die Bundesnetzagentur hofft auf viele Stellungnahmen von Bürgern zum weiteren Ausbau des Stromnetzes. Präsident Jochen Homann gab am Donnerstag in Berlin den Startschuss für die Bürgerbeteiligung am Netzentwicklungsplan 2012, mit dem das Hochspannungsnetz für die Energiewende fit gemacht werden soll.
Berlin (dapd/red) - "Aktive Beteiligung ist gewünscht", sagte er. Bürger, Verbände, Umweltorganisationen und Behörden seien gefragt, beim Netzausbau mitzureden und so aktiv die Energiewende mitzugestalten.
Kommentare bis 2. November möglich
Die Netzagentur nimmt bis 2. November Stellungnahmen zum Entwurf des Entwicklungsplans entgegen, den die Stromnetzbetreiber ausgearbeitet haben. Der Entwurf sieht Homann zufolge den Neu- oder Ausbau von insgesamt 8.200 Kilometern Stromnetz vor. Danach sind 3.800 Kilometer Stromtrassen neu zu bauen, weitere 2.800 Kilometer neue Leitungen auf bestehenden Trassen zu errichten und 1.600 Kilometer des Überlandnetzes zu ertüchtigen. Derzeit hat das deutsche Übertragungsnetz eine Gesamtlänge von 17.500 Kilometern.
Der Netzausbau, die Achillesferse der Energiewende
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) begrüßte das Werben der Agentur um eine hohe Bürgerbeteiligung. Energiewende und Netzausbau benötigten breite Unterstützung. "Deshalb ist ein transparentes Verfahren und der Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern sehr wichtig", sagte der FDP-Vorsitzende. Die Netzagentur will den Entwicklungsplan zwischen 20. September und 11. Oktober auch auf Informationstagen in den Städten Bonn, Nürnberg, Hamburg, Erfurt, Hannover und Stuttgart vorstellen.
Agentur prüft 50 Einzelprojekte
Der Entwicklungsplan für das Übertragungsnetz umfasst nach Angaben von Homann 50 Einzelprojekte, die die Agentur derzeit auf ihre Notwendigkeit prüft. Seine Behörde habe 13 Projekte bereits als bestätigungsfähig eingestuft, sagte Homann. Zu den grundsätzlich bestätigten Projekten zählten Teile der neuen Nord-Süd-Trassen, die für die Weiterleitung von Strom aus Offshore-Windkraftanlagen in Planung seien. Zu den 37 weiteren Projekten sei noch keine Aussage getroffen.
2015 könnte es dann losgehen
Wirtschaftsminister Rösler stellte noch für dieses Jahr den Entwurf eines Bundesbedarfsplanungsgesetzes in Aussicht, das den Ausbauplan umsetzen soll. Nach Angaben von Homann muss der gerade laufenden Bedarfsplanung für das Stromnetz nach Verabschiedung des Gesetzes noch eine Bundesfachplanung folgen, in der die neuen Stromtrassen genauer festgelegt werden. Anschließend sind für die Projekte noch Planfeststellungsverfahren durchzuführen. Falls es optimal laufe, sei 2015 oder 2016 der erste Spatenstich für das erste Projekt denkbar, sagte Homann.
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