Stromkapazitäten
Bahn fürchtet Zugausfälle durch Datteln-Abschaltung
Im Streit um längere Betriebszeiten für das große Steinkohlekraftwerk Datteln in Nordrhein-Westfalen hat die Deutsche Bahn einem Pressebericht zufolge ihre Warnung vor Zugausfällen im kommenden Winter erneuert. Bis zu ein Drittel der Züge könnte ausfallen, wenn das Kraftwerk in Datteln abgeschaltet würde, hieß es.
Düsseldorf (AFP/red) - Sollten die rund 40 Jahre alten Kraftwerksblöcke Datteln 1 bis 3 wie geplant Ende 2012 abgeschaltet werden müssen, könne in den "verbrauchsstarken Wintermonaten" November bis März im Ruhrgebiet je nach Situation bis zu ein Drittel der Züge ausfallen, schrieb die Bahn-Tochter DB Energie nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" an das Düsseldorfer Wirtschaftsministerium.
Die Bahn ist Exklusiv-Stromkundin des Kraftwerks in Datteln.
Datteln liefert exklusiv Bahnstrom
Vor allem im morgendlichen Berufsverkehr an kalten, schneereichen und feuchten Tagen müssten gegebenenfalls hunderte Züge gestoppt werden, heißt es in dem Schreiben der Bahn laut "Wirtschaftswoche". Bereits im August hatte Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger (SPD) laut Medienberichten im Landtag unter Berufung auf die Bahn identische Zahlen genannt. Das Kraftwerk in Datteln gehört dem Energiekonzern E.on und beliefert ausschließlich die Bahn mit Strom.
Engpässe könnten Verlängerung erwirken
E.on baut in Datteln seit 2007 ein neues Großkraftwerk, das das alte ersetzen soll. Es kann wegen eines Rechtsstreits aber bislang nicht fertiggestellt werden. Deshalb wollen E.on und auch die Deutsche Bahn die alten Blöcke entgegen der ursprünglichen Absicht und trotz ablaufender Genehmigungen weiterlaufen lassen. Die nordrhein-westfälische Landesregierung hatte im August als Reaktion auf eine Intervention der Bundesnetzagentur Kompromissbereitschaft angedeutet. Sollte es Engpässe bei Bahnstrom oder Fernwärme geben, dürften die Anlagen länger laufen, hatte ein Düsseldorfer Regierungssprecher damals erklärt.
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