Neue Studie

Strom und Wärme selbst erzeugt: Siegeszug der Mini-Blockheizkraftwerke

Die Analysten der Unternehmensberatung Frost & Sullivan sehen für kleine Blockheizkraftwerke in Privathaushalten eine gute Zukunft. Bis zum Jahr 2010 sollen nach den Erkenntnissen einer neuen Studie 500 000 Anlagen errichtet sein.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com
Der noch junge Markt für Kleinst-Blockheizkraftwerke (Mini-BHKW bis zehn Kilowatt elektrische Leistung) boomt. Laut einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan werden sich die Anlagen in den Jahren 2005 bis 2007 als Alternative zu Brennwertkesseln durchsetzen und einen echten Massenmarkt bilden. In den nächsten zehn Jahren sollen Mini-BHKW mit einer Gesamtleistung von 3,5 Gigawatt installiert werden. Laut Studie wird der Umsatz dabei von knapp 20 Millionen Dollar (weniger als 2000 Anlagen) im Jahr 2000 auf über zwei Milliarden Dollar (etwa 500 000 Anlagen) im Jahr 2010 ansteigen.

Im Vergleich der verschiedenen Technologien dominieren laut Analyse zunächst weiter Systeme auf der Basis von Verbrennungskraftmaschinen. Daneben wurde die schon fast vergessene Stirling-Technologie wiederentdeckt, die dem Bedarf nach einem Heizungssystem mit dem Nebenprodukt Elektrizität entgegen kommt. Mit der für 2003 zu erwartenden Markteinführung der ersten Stirlingmotoren wird die Technik eine Renaissance erleben, sagen die Unternehmensberater voraus. Anlagen mit Brennstoffzellen sollen nach Einschätzung von Klaus Huhn, Industry Analyst bei Frost & Sullivan, um das Jahr 2006 die Marktreife erreichen. Der hohe elektrische Wirkungsgrad und der emissionsarme Energieerzeugungsprozess würden diesen Systemen bis 2010 zu einem Marktanteil von über 60 Prozent verhelfen.

Weitere Erkenntnisse: (1) Mini-BHKW-Systeme müssen sich gegen "grüne" Technologien wie Wärmepumpen und Solarzellen ebenso durchsetzen wie gegen herkömmliche Alternativen, die aufgrund der niedrigen Strom- und Gaspreise nach wie vor lukrativ sind. (2) Haupthindernisse für stärkeres Wachstum bei den Mini-BHKW bildeten aber gegenwärtig noch die hohen Herstellungskosten sowie technische Probleme. Die wachsende Nachfrage wird erst dann voll gedeckt werden können, wenn die neuen Technologien ganz ausgereift sind. (3) Deutschland ist nicht nur Sitz der meisten Hersteller von Mini-BHKW, sondern auch Vorreiter bei ihrem Einsatz. Bis 2003 wird hier über die Hälfte aller in Europa verkauften Anlagen lokalisiert sein. Begünstigt durch das Klima, seine Tradition der dezentralen Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und das hohe Umweltbewusstsein wird Deutschland wichtigster Ländermarkt in Europa bleiben. (4) Das Wachstum des Marktes für Mini-BHKW weist auf strukturelle Veränderungen in der Energieversorgung von Privathaushalten hin. Bisher war unabhängige KWK mit Ausnahme einiger hundert Mini-Blockheizkraftwerke für Wohnblöcke und Eigenheimsiedlungen in Deutschland auf gewerbliche Nutzer beschränkt. Möchten die Hersteller jedoch die wenig lukrative Nische verlassen, müssen sie mit ihren Mini-BHKW auch möglichst viele private Nutzer erreichen.

Die Studie ist unter dem Titel "The European Micro CHP Systems Market" (Report 3890) zu einem Preis von 5000 Euro unter www.frost.com erhältlich.

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