Plädoyer

Strom-Großkunden für Versteigerung längerer Laufzeiten

Vor dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit RWE-Chef Jürgen Großmann an diesem Donnerstag im emsländischen Lingen haben große industrielle Stromkunden ihr Streben nach längeren Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke bekräftigt. Anstelle einer Atomsteuer wurde ein anderer Weg ins Gespräch gebracht.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Osnabrück (ddp/red) - In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstagsausgabe) lehnte Stefan Dobelke, Geschäftsführer der Gesellschaft für Stromwirtschaft (GfSt), zugleich die von der Regierung geplante Einführung einer Brennelementesteuer ab.

"Wir sind sehr für eine Verlängerung der Laufzeiten, weil sich aus dem Marktmechanismus ergibt, dass der Strompreis bei einer Abschaltung von Atomkraftwerken steigen würde", sagte Dobelke. Vor neuen Zusatzbelastungen wie der Brennelementesteuer müsse die heimische Industrie geschützt werden, weil sie im internationalen Wettbewerb bereits durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz und den Handel mit Emissionszertifikaten im Nachteil sei.

Anstelle einer Brennelementesteuer schlug Dobelke eine Auktion von Stromerzeugungskapazitäten solcher Kernkraftwerke vor, die länger als nach den bisherigen Atomausstiegsplänen laufen würden. Dobelke zufolge könnte der Staat seine geplanten Einnahmen von 2,3 Milliarden Euro jährlich auch dadurch erzielen.

Der GfSt gehören Industriekonzerne wie ThyssenKrupp, Buderus, Robert Bosch und die Salzgitter AG an. Zweck der Gesellschaft ist eine möglichst günstige Energiebeschaffung.

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