Heftiger Disput

Streit um Schröders Auftritt auf Energiekonferenz

Die Union hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel aufgefordert, Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (beide SPD) als Hauptredner einer Energiekonferenz Ende September auszuladen. Der "oberste Gazprom-Lobbyist" könne schlecht die deutsche Energiepolitik erklären, hieß es.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der Sprecher des Unions-Mittelstandkreises, Michael Fuchs, sagte der "Berliner Zeitung" (Freitagsausgabe): "Schröder ist als Gazprom-Lobbyist ein Angestellter von Wladimir Putin. Er ist befangen und hat auf solchen Regierungskonferenzen nichts zu suchen. Er sollte ausgeladen werden." Auch die stellvertretende Unions-Fraktionschefin Katherina Reiche (CDU) ist über den geplanten Auftritt Schröders empört: "Es ist seltsam, dass der oberste Gazprom-Lobbyist die deutsche Energiepolitik erklären soll", sagte sie.

Schröder soll am 26. September auf einer Konferenz des Bundesumweltministeriums in Berlin zum Energiestandort Deutschland sprechen. Sein Vortrag, für den laut Programm 45 Minuten vorgesehen sind, befasst sich mit dem Thema "Perspektiven einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung in Deutschland". Schröder ist seit 2005 Aufsichtsratsvorsitzender der Gazprom-Tochter Nordstream. Das russische Unternehmen baut die umstrittene, 1 200 Kilometer lange Gaspipeline unter der Ostsee.

Ein Sprecher Gabriels wies die Kritik der Union an dem Auftritt scharf zurück: "Die ticken wohl nicht sauber. Der Bundesumweltminister lässt sich nicht vorschreiben, wen er zu Kongressen seines Hauses einlädt, von Atomlobbyisten schon gar nicht", sagte Gabriel-Sprecher Michael Schroeren.

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