Brennelemente aus Großbritannien

Streit um Castor-Transportstrecke nach Grohnde

Der mögliche Weg des umstrittenen Transports von Brennelementen aus der britischen Atomanlage Sellafield zum Kernkraftwerk Grohnde hat in den vergangenen Tagen Diskussionen ausgelöst, u.a. auch im niedersächsischen Landtag. Dabei war von unzureichender Information hinsichtlich der Transportstrecke die Rede.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Salzgitter (ddp/red) - "Route und Zeitpunkt eines derartigen Transports werden zwischen dem vom Energieversorger beauftragten Transporteur und der Landespolizei abgestimmt", stellte ein BfS-Sprecher klar. Der mögliche Weg der Kernbrennstoffe über Cuxhaven hatte in den vergangenen Tagen Diskussionen auch im Landtag ausgelöst. Dabei war von unzureichender Information hinsichtlich der Transportstrecke die Rede.

Polizei gibt Transportstrecke vor

Während die Polizei die Sicherung des Transports zu gewährleisten habe, prüfe das Bundesamt, ob alle Genehmigungsvoraussetzungen zur Gewährleistung der Sicherheit der Bevölkerung gegen radioaktive Strahlung vorlägen. Festlegungen zur Transportabwicklung, wie beispielsweise die Route, würden dem BfS von der Polizei vorgegeben.

Innenministerium für Transport-Auflagen zuständig

"Dabei kommt dem Innenministerium des Landes Niedersachsen eine maßgebliche Rolle zu", sagte der Sprecher. Es koordiniere leitend für alle Bundesländer die Festlegung von Auflagen für die Transportgenehmigung, etwa im Hinblick auf spezielle Sicherungsanforderungen. Sofern alle Genehmigungsvoraussetzungen nach dem Atomgesetz vorlägen, habe des BfS keinen eigenen Bewertungsspielraum, sondern die Verpflichtung, den Antrag zu genehmigen. Inzwischen habe der Transporteur beim Bundesamt zusätzliche Alternativrouten zur Anlandung in Cuxhaven beantragt, sagte der Sprecher.

Grüne: Kein Atomtransport durch UNESCO-Weltnaturerbe

Die Grünen halten den Transport für nicht vereinbar mit dem Tourismus und dem Schutz des Wattenmeers als UNESCO-Weltnaturerbe. Zudem forderten sie, dass die Kommunen, die an der Transportroute liegen, einbezogen werden müssten bei der Genehmigung.

Die Brennelemente mit dem hochgiftigem Plutonium, sogenannte MOX-Brennelemente, sollen im Herbst aus Sellafield in Nordengland mit dem Schiff nach Cuxhaven kommen und dort auf der Straße zum Atomkraftwerk Grohnde gebracht werden. Derzeit prüft das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) den vorliegenden Genehmigungsantrag. Eine Entscheidung gebe es in dieser Sache jedoch noch nicht, sagte ein Sprecher der BfS am Freitag auf ddp-Anfrage.

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