Bargeld

Streik könnte zu leeren Geldautomaten führen

Wenn am Wochenende keine Banknoten mehr aus dem Geldautomaten kommen, liegt das an einem Streik. Die Geldboten, die die Automaten auffüllen, haben die Arbeit niedergelegt. Dabei geht es einerseits um eine Lohnerhöhung, aber auch um die Angleichung der Gehälter in den Bundesländern.

Geldautomat Bank© HappyAlex / Fotolia.com

Berlin - Geldboten in neun Bundesländern haben am Freitag die Arbeit niedergelegt. Sie machten sich damit für eine deutliche Lohnanhebung und einen einheitlichen bundesweiten Tarifvertrag stark. Als Folge des ganztägigen Warnstreiks könnten Geldautomaten in einigen Regionen vorübergehend die Scheine ausgehen.

Die Boten beliefern diese Automaten sowie Bankfilialen und Einzelhändler mit Bargeld. Die Tarifrunde für rund 11.000 Beschäftigte wird am Montag in Hannover fortgesetzt.

Kundgebungen und Protestaktion

Am Warnstreik hätten sich rund 1.000 Mitarbeiter an 19 Standorten beteiligt, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Volker Nüsse, der Deutschen Presse-Agentur. In München versammelten sich nach seinen Angaben 400 Mitarbeiter zu einer Kundgebung. Bei den Geldtransport-Anbietern Ziemann in Berlin und Prosegur in Potsdam seien die Werkstore kurzzeitig blockiert worden, um Fahrzeuge an der Abfahrt zu hindern.

Bargeld-Engpässe in mehreren Ländern möglich

In Hamburg, Berlin, Bayern, Rheinland-Pfalz und im Saarland seien fast alle Betriebe vom Streik betroffen gewesen. In diesen Regionen sei deshalb mit Einschränkungen bei der Bargeldversorgung zu rechnen. Es könne durchaus sein, dass einige Geldautomaten am Wochenende leer seien, fügte Nüsse hinzu. Arbeitsniederlegungen gab es auch in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Hessen.

Lohnerhöhung und –anpassung gefordert

Neben einer Lohnerhöhung von 1,50 Euro pro Stunde verlangt Verdi eine Angleichung der regionalen Tariflöhne. So erhalte ein Berliner Geldtransporteur mit 11,24 Euro derzeit 4,49 Euro weniger als ein Kollege in Nordrhein-Westfalen. Vor allem in den östlichen Bundesländern, aber auch in Schleswig-Holstein, im Saarland und in Rehinland-Pfalz lägen die Stundenlöhne nur knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn.

BDGW: Forderungen sind zu hoch

Die in der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) organisierten Arbeitgeber kritisierten die Forderungen als zu hoch. Trotz schwieriger Branchenlage habe man im Dezember Lohnerhöhungen zwischen 2 und 3 Prozent angeboten, sagte BDGW-Verhandlungsführer Andreas Paulick. Die Bedeutung des Bargelds als Zahlungsmittel nehme stetig ab. "Wir bewegen uns in einem schrumpfenden Markt." Der Streikaufruf vor der neuen Verhandlungsrunde am Montag zeige "leider sehr deutlich, dass Verdi Streiks als erstes und nicht als letztes Mittel sieht", kritisierte er.

Quelle: DPA

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