Diskussion

Stralenschutzbehörde: Laufzeitdebatte schadet Atommüll-Endlagerung

Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, kritisiert die aktuelle Debatte um eine AKW-Laufzeitverlängerung. Die Diskussion belaste die Lösung des Problems der Endlagerung von Atommüll, sagte König im Deutschlandradio Kultur. Die Akzeptanz eines Endlagers hänge auch davon ab, dass die Abfallmengen nicht unendlich groß würden.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Er befürchtet, dass die Entsorgungsfrage stellvertretend genutzt würde für die Unmöglichkeit, eine entsprechende Akzeptanz für den Betrieb eines AKW herzustellen.

Der Leiter der Strahlenschutzbehörde bemängelte, dass es kein transparentes und offenes Verfahren bei der Endlagersuche gebe: "Wir brauchen Planungssicherheit, indem sich die politischen Akteure, die Energieversorgungsunternehmen auf einen Weg verständigen, der dann auch belastbar über Legislaturperioden hinaus gegangen werden kann."

Die große Herausforderung seien hochradioaktive Abfälle, sagte König. Weltweit sei es nicht gelungen, für diese Stoffe ein Endlager zu realisieren, das den bislang notwendigen Sicherheitsanforderungen entspreche: "Das macht deutlich, dass es eben nicht nur ein politisches, sondern auch ein technisches Problem ist."

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