Uran-Zwischenfall

Strahlenvorfall in Uran-Anlage bedarf weiterer Prüfung

Die Strahlungsbelastung bei dem Zwischenfall im Januar in Gronau hat den betroffenen Mann nicht so stark belastet wie zuvor angenommen. Der durch eine falsche Kennzeichnung eingetretene Vorfall wird dennoch weiter untersucht.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Gronau (ddp/red) - Bei dem Störfall in Gronau sind weitere Untersuchungen notwendig. Der in der Urananreicherungsanlage im Januar betroffene Mitarbeiter ist offenbar weniger stark durch Strahlung belastet worden als zunächst vermutet. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums betrug die Dosis der Strahlenbelastung, welcher der Mitarbeiter am 21. Januar ausgesetzt war, 0,84 Millisievert, entgegen des zuvor angenommenen Werts von 1,1 Millisievert. So lautet das Zwischenergebnis der Atomaufsicht im Ministerium. Die nach der Strahlenschutzverordnung maximal zulässige Dosis im Kalenderjahr liegt bei 20 Millisievert. Bei dem Zwischenfall war in der Behältervorbereitung der Anlage Uranhexafluorid freigesetzt und der Mitarbeiter verstrahlt worden. Der Mann wurde Ende Januar aus dem Krankenhaus entlassen und arbeitet schon wieder. Über die Spätfolgen des Vorfalls besteht Unklarheit.

Unfall durch falsche Kennzeichnung

Bei dem Zwischenfall hatte ein Zulieferer aus Schweden nach vorläufigen Erkenntnissen einen Behälter nach Gronau geliefert, der als gereinigt ("clean and washed out") deklariert worden war. Dieser Behälter enthielt jedoch 1,6 Kilogramm Uranverbindungen. Betreiber der einzigen kommerziellen Urananreicherungsanlage in Deutschland ist die Urenco-Gruppe, an der je ein Drittel indirekt die niederländische und die britische Regierung halten. Das übrige Drittel teilen sich die deutschen Energiekonzerne RWE und E-ON.

Der Fall wird weiterhin geprüft

Die Untersuchungen zu dem Atomenergie Zwischenfall dauern an. Sobald der Bericht der Urenco und die nach Atomrecht erforderliche Meldung des Ereignisses vorliegen, werden diese Unterlagen durch den TÜV abschließend bewertet, wie das Ministerium mitteilte. Die Bewertung wird anschließend durch die Atomaufsicht im Wirtschaftsministerium geprüft und dann an das zuständige Bundesumweltministerium weitergeleitet.

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