Bei Verlängerung der Laufzeiten

Strahlenschutz-Bundesamt warnt vor wachsendem Atommüll

BfS-Präsident Wolfram König warnte in der "Frankfurter Rundschau" vor den Plänen, bei einem Regierungswechsel die Restlaufzeiten der AKW zu verlängern. Bei 40 Jahren Betriebsdauer würden gerechnet ab Januar 2005 nicht nur 5800 Tonnen abgebrannte Elemente anfallen, sondern 9200.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp/sm) - Bei einem möglichen Kippen des rot-grünen Atomausstiegs wachsen die Atommüll-Mengen nach einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" (Freitagausgabe) deutlich. Die entstehende Menge verbrauchter Brennelementen könnte sich sogar mehr als verdoppeln, berichtet das Blatt unter Berufung auf Berechnungen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS).

BfS-Präsident Wolfram König warnte der Zeitung zufolge vor den Plänen von Union und FDP, bei einem Regierungswechsel die Restlaufzeiten der AKW zu verlängern. Bei 40 Jahren Betriebsdauer statt der im Atomkonsens aus dem Jahr 2000 mit den Stromkonzernen festgelegten 32 Jahre würden gerechnet ab Januar 2005 nicht nur 5800 Tonnen abgebrannte Elemente anfallen, sondern 9200. Auf 40 Jahre Betriebszeit waren die AKW ursprünglich ausgelegt, in den USA aber sind inzwischen sogar 60 genehmigt worden.

König sagte dem Blatt, mit jeder Tonne zusätzlichen Atommülls werde das ungelöste Problem der Endlagerung größer. Er halte es zudem für "politisch unklug", den Konsens aufzukündigen, der auch die Atommüll-Menge begrenzt. "Er hat den jahrzehntelangen offenen Konflikt um die Atomkraft befriedet", sagte er. Dies dürfe man nicht aufs Spiel setzen.

Das in dem Vertrag ebenfalls festgelegte Ende des Atommüll-Exports zur Wiederaufarbeitung, das am Freitag in Kraft tritt, bezeichnete König als "historischen Einschnitt". "Damit wird endlich der Plutonium-Kreislauf durchbrochen", sagte er.

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