Hervorragende Exportchancen

Stoiber wirbt für Kernenergie

CSU-Chef Edmund Stoiber besuchte heute die deutsche Zentrale des Kernkraftunternehmens Framatome in Erlangen und warb dabei für die Weiterentwicklung der Kraftwerkstechnik. Deutschland müsse sich an internationalen Entwicklungsprogrammen für neue Reaktoren beteiligen, um Anschluss zu halten.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Erlangen (ddp/sm) - Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) sieht in der Kernenergie eine Chance sowohl für den Klimaschutz als auch für den Arbeitsmarkt. Der CSU-Chef mahnte am Montag bei einem Besuch der Areva-Gruppe in Erlangen, Deutschland müsse sich mehr als bisher "auf die technologischen Zukunftsfelder konzentrieren, um das hohe Wohlstandsniveau in unserem Land auch künftig zu sichern". Deswegen sei es wichtig, die "industrielle Kompetenz" im Kraftwerksbau zu stärken.

Stoiber fügte hinzu: "Das sichert und schafft nicht nur bei den Anlagenbauern, sondern auch bei einer Vielzahl kleinerer und mittlerer Unternehmen neue hochqualifizierte und dementsprechend gut bezahlte Arbeitsplätze." Der Ministerpräsident stellte klar, dass es dabei keineswegs um den Neubau von Kernkraftwerken in Deutschland gehe. Die vorhandenen Anlagen könnten "auf höchstem Sicherheitsniveau als Beitrag zu einem ausgewogenen Energiemix die inländische Stromversorgung in Deutschland noch für einen sehr langen Zeitraum sicherstellen". Weltweit würden derzeit jedoch 27 neue Kernkraftwerke gebaut - weitere vier seien allein in China in der Planung.

Die französische Areva-Gruppe betreibt gemeinsam mit Siemens das Joint Venture Framatome ANP, dessen deutsche Zentrale in Erlangen Stoiber besuchte. Der CSU-Chef und die Vorstandsvorsitzende der Areva-Gruppe, Anne Lauvergeon, waren sich nach Angaben der Staatskanzlei darin einig, dass sich Deutschland an internationalen Entwicklungsprogrammen für neue Reaktoren beteiligen muss, um technologisch den Anschluss zu halten. Die Kerntechnik biete hervorragende Exportchancen, wie die Entscheidung der finnischen Regierung zum Bau eines von Deutschland und Frankreich gemeinsam entwickelten neuen Reaktortyps zeige.

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